Analog – Digital in Schwarzweiß mit einem ILFORD DELTA 100 Professional

Fotografie in Schwarzweiß (SW) ist der Ursprung der handwerklichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Medium des Lichtbildes. Mit der Digitalfotografie wurde die SW Fotografie als das authentische und schnelle Medium für Presse und Zeitungen abgelöst.

Für immer. Nein - nicht für immer.

Die Auseinandersetzung mit einem so ganz anderen medium ist in den letzten Jahren ein richtiger Trend geworden. Gerade junge Fotografen, die aufgrund Ihres Alters eigentlich nie etwas anderes als die Digitalfotografie gekannt haben, fragen auf den „Second Hand Börsen“ nach analogen Geräten und Filmen.

Andi Pirchmoser @ Foto Sessner GmbH Dachau mit einer analogen LEICA M6

Mit Andi Pirchmoser bieten wir auch wieder Analoge Fotoworkshops an

Foto Sessner und vor allem Andi Pirchmoser stand für die Schwarzweiß Pressefotografie beim Bayerischen Fernsehen über Jahrzehnte.

Daher laden wir mal wieder einen ILFORD DELTA 100 Professional Film in die noch erhaltenen analogen Kameras und tun so als ob wir vor 20 Jahren auf Fotostreifzug durch Dachau und München ziehen würden – auf der Suche nach Motiven die vor allem in Schwarzweiß wirken. Die Reduktion auf Grautöne, ganz ohne Farbe ist eine zusätzlich Herausforderung in der Fotografie. Früher war das normal – uns ist die Welt unserer Vorfahren überhaupt nur in SW Bildern überliefert.

Für einen analogen Fotoprozess benötigt man spezielle Filme, dazu die passenden Entwickler, Stoppbad und Fixierer und dann das richtige Papier für die Vergrößerungen.

 

Analoges Fotografieren ist ganz anders als Digitale Fotografie.

Man steckt sich Zuhause ein paar unbelichtete Filme in die Tasche, kontrolliert die Knopfzellen in der Kamera und los geht’s. Kein Gedanke an Akku laden, Speicherkarten und alle die Themen der digitalen Fotografie. Reduktion ganz pur. Nur der Fotograf und sein Motiv sind wichtig.

Wir machen uns auf die fotografische Reise und entdecken die analoge Seite der Fotografie wieder neu.

Sehen die Bilder anders aus, als digital?

Für die ersten „Neu-Tests“ nehme ich meine CANON EOS 3 mit den aktuellen EF Objektiven aus der digitalen EOS – also an der Qualität der Objektive wird es nicht liegen.

 

Los geht’s zum Fasching nach Markt Indersdorf – Motive in Schnee und Gaudi

Sehen Sie doch selbst, zu allem Glück war an diesem Sonntag im Februar Schnee und Schneetreiben in Indersdorf – ideal passend für eine Testreihe für Schwarzweiß Fotografie.

Da passt vieles zusammen auf diesem SW Bild mit analoger Fotografie und digitaler Präsentation.

Ohne Nachbearbeiten – so wie die digitalen Scans vom Foto Sessner wieder zurückgekommen sind – herrlich die Ausprägung der Tonalität,

  • vom reinen Weiß
  • über viele Mitteltöne
  • bis hin zum reinen Schwarz in den Schatten.

So unkompliziert kann SW Fotografie sein. Film einlegen, richtig belichten und das fertige Digitalbild weiter verarbeiten.
Andi Pirchmoser

Ja so einfach war Fotografie früher, sehr schön. Das lässt sich heute auch noch erleben und kreativ umsetzen. Gerade die Kombination von Feinkörnigem SW Film mit der Qualität heutiger Objektive lässt auch SW Bilder herrlich wirken. Und sind Vergrößerungsfähig bis weit über DIN A0 hinaus.

Durch die Empfindlichkeit von ISO 100 bleibt weniger Licht und die Blende muss weiter geöffnet werden – ein Bild mit geringer Tiefenschärfe isoliert die Motive herrlich vom verschwommenen Hintergrund. Ganz klar kein Foto mit einem Smartphone und auch nicht mit einer APS-C und Standard-Kit Objektiv. genau das wollen wir heute ja ausdrücken – eben nicht Smartphone Fotografie. Schwarzweiß-Fotografie schon fast Klassisch und näher am Handwerk als das übliche „Klick – and View“.

Es bleibt die Erfahrung des Fotografen und die Überraschung, ob das Motiv passend umgesetzt werden konnte. Zwei- bis drei Wochen später sehen wir die Ergebnisse auf dem Bildschirm. das ist fast wie Weihnachten und ich  freue mich über jedes Bild das schön geworden ist. Viel mehr Bestätigung als mit jedem Digitalen Bild.

Auch in diesen Darstellungsgrößen isoliert sich das Motiv bereits herrlich vom Hintergrund und dem Vordergrund. Wo ist das Motiv – da!

Analog – digitaler Prozess

Wir haben auch gleich die wichtigste Frage für alle angehenden Schwarzweiß Fotografen untersucht.

Was mache ich anschließend mit den Negativen?

Wir haben uns für einen sehr praktischen Hybriden Prozess entschieden.

  • Die Filme wurden entwickelt.
  • Anschließend gescannt und als Bilddatei hier weiterverarbeitet.

Die obigen Bilder wurden von uns nur noch ganz leicht im Ausschnitt korrigiert. Alle anderen Bildeistellungen sind unverändert, so wie die Bilddateien aus dem automatischen Scannen beim Foto sessner gekommen sind.

Von der Bildqualität, der Feinkörnigkeit und der Bandbreite
an Grautönen bin ich begeistert.
Paul Eschbach

Die Bilder haben durch das Weglassen der Farbe einen anderen Look, und man glaubt zu erkennen, dass auch die Reduktion der Empfindlichkeit hier nochmal offenere Blenden erzeugt, was der fokussierten Bildaussage absolut entgegenkommt.

Den SW Bildern sieht man den andern Entstehungsprozess einfach an
Das ist anders als ein digitales Farbbild die Farbe zu nehmen.
Andi Pirchmoser

Das wird nicht das letzte Experiment mit SW Filmen sein. Uns hat es schon sehr viel Spaß bereitet und man entdeckt sich dabei immer wieder neu. Gerade die Tatsache, dass man keinen Monitor hat, zwingt einen in viel mehr Nachdenken vor dem Abdrücken des Auslösers.

Der Fotograf merkt mit seiner Erfahrung während der 
Belichtung ob das Bild gelungen ist. Das ist ein ganz 
anderer Arbeitsablauf für den Fotografen.
Andi Pirchmoser

Danke Andi – die SW Experimente werden wir intensiv fortsetzen und auf diesem Kanal berichten.

 

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Na das lässt sich doch sehen, ich meine die Bildqualität.