Triebwagen 420 „Olympia S-Bahn“ wieder zurück im Münchner S-Bahn Verkehr

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1972 fasste die Olympia S-Bahn den gesamten Vorortverkehr in München zusammen

Im Mai 1972 wurde die neue S-Bahn feierlich eröffnet und damals erstmalig in München in integrierter Nahverkehr möglich. Vom Umland direkt in die Landeshauptstadt und auf der stammstrecke unter dem Stadtzentrum durch auf die Ostseite. Direkte Knotenpunkte und Übergänge zu den U-Bahn Linien waren vollkommen neu und äußerst modern für die Weltstadt mit Herz. Träger dieses neuen Vorortverkehrs war die neue Baureihe 420 in der typisch weiß (kieselgrau) blauen Farbgebung als Kennzeichen des MVV in München.

120 Einheiten wurden als erstes Baulos bis Mai 1972 gebaut und in München in Betrieb genommen. Insgesamt wurden von dem Olympiatriebwagen 480 Einheiten produziert. An dem Bau waren sehr viele Firmen beteiligt, viele davon sind heute als Unternehmen nicht mehr bekannt oder sind durch Fussion mit anderen Namen am Markt aktiv: MAN, WMD, LHB, MBB, O&K, Uerdingen, WU, Rathgeber.

 

Baureihe 420 ist wieder zurück in München

und verkehrt nun auf der elektrifizierten Teilstrecke der S2 von Dachau bis Altomünster. Mit der Elekrtrifizierung und dem doch deutlichen Umbau der strecke ist nun eine wesentlich dichtere Zugfolge möglich und die Triebzüge sind nun in das S-Bahn Netz intergriert. Für die Fahrgäste bedeutet dies, dass eine direkte Fahrt aus der Stammstrecke über Dachau entlang der Ludwig-Thoma-Bahn bis Altomünster möglich ist – kein Umsteigen in Dachau, keine Wartezeiten.

Dazu werden die S2 Züge in Dachau aufgeteilt und verkehren dann getrennt nach Altomünster und Petershausen. Bei der Rückfahrt werden die Triebwagen in Dachau wieder zu einer vollständigen S2 zusammen gekuppelt um dann als Vollzug in die Stammstrecke einzufahren.

Zur Erhöhung der Zugkapazitäten werden nun einige Treibzüge der Baureihe 420 als Verstärkung zwischen Dachau und Altomünster eingesetzt. Diese Züge beginnen und enden dann in Dachau, da die Baureihe 420 über keine Ausrüstung für die Stammstrecke verfügt.

 

Alter und neuer Triebwagen in Altomünster

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Altomünster ist der historische Endpunkt der Lokalbahn Dachau – Altomünster. Die Bahnstrecke endet dort im Bahnhof. An einem Wintertag über Weihnachten 2014 standen die neue Triebwagengarnitur 423 (rechts) und der Olympiatriebwagen 420 (links) am Bahnsteig und warteten auf Ihre Einsätze.

 

420 auf Bereitschaft in Altomünster

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Die 420 werden zum Halbstundentakt zur Verstärkung der durchgehenden Einheiten eingesetzt. Die gerade nicht benötigten Einheiten können nur in Dachau und in Altomünster auf einem Stumpfgleis in Bereitschaft wartend abgestellt werden. So auch hier an einem Wintertag in Altomünster.

 

423 und 420 im Bahnhof Dachau

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Beide Baureihen begegnen sich auch regelmäßig in Dachau Bahnhof. Für den Olympiatriebwagen 420 (rechts) ist dies der Endpunkt seiner Pendelfahrt. Dazu fährt der 420 auf den Stumpfbahnsteig Gleis 2 ein, dort endet die Fahrt. Auf dem linken Gleis 1 fährt gerade die Baureihe 423 aus Altomünster ein, mit dem, Zugzielanzeiger Richtung Ostbahnhof, durchquert also die gesamte Stammstrecke. Der 420 wird etwas später wieder zurück nach Altomünster fahren. Die Reisenden aus Altomünster steigen am selben Bahnsteig in die dann ab Dachau beginnende S2 Richtung Stammstrecke um.

Durch die Umbaumaßnahmen hat sich die Fahrtzeit von Altomünster bis zum Hauptbahnhof auf genau 60 Minuten verkürzt. Das wird man mit dem Individualverkehr gerade in der verkehrsreichen Zeiten wohl kaum schaffen.

 

420 in der Einfahrt auf Kleinberghofen

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Im späten Licht eines Wintertages ist der Olympiatriebwagen in der Einfahrt am Haltepunkt Kleinberghofen unterwegs.
Kleinberghofen ist der erste Halt nach Altomünster.

 

420 am Fuße des Petersberges unterwegs

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Werktags verstärkt der 420 den durchgehenden Verkehr der 423er. Zusätzlich zum Fahrplan verkehren einige Leerfahrten zwischen Dachau und Altomünster, die nicht im Fahrplan stehen. Die Leerfahrten (Leerzug) dienen dazu eine Triebwageneinheit vom Ende der letzten Einsatzfahrt (z.B. Dachau) wieder nach Altomünster zu befördern, um dort wieder mit der nächsten Einsatzfahrt zu beginnen.

 

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