Was man als Luftfahrer in Bayern alles wissen sollte

Als Karl Valentin noch jung war und die Luft durch die frühen Flugpioniere geprägt wurde

Was man als Luftfahrer in Bayern alles wissen sollte

Die Luftfahrt in Bayern hat nicht gleich mit Aeroplane (heute würde man Flugzeuge dazu sagen)  begonnen. Die Luftfahrt beging mit „leichter als Luft„. Die ersten Ballone wurden militärisch durch die Bayerische Ballon- und Luftschifferabteilung ab 1890 auf dem Marsfeld genutzt. In München beginnt die Luftfahrt 1910 in Puchheim, westlich von München auf einem speziellen Flugfeld.

Die Aviatik der frühen Jahre löste eine richtige Begeisterungswelle für das neue aus. Von der lies sich auch Karl Valentin anstecken. Sehen Sie dazu einen unserer letzten Beiträge Karl Valentin war ein Flieger der ersten Stunde ….

 

Vorherrschendes Fluggerät waren 1909 noch immer die Luftschiffe aus dem Hause Zeppelin

Die ersten Aeroplane aus dem Jahr 1909 kann man im Deutsches Museum auf der Museumsinsel und in der Flugwerft Schleißheim bewundern. Mehr als den Piloten konnte diese Flugmaschinen noch nicht tragen. Ganz hingegen die Luftschiffe, die fahren nach dem Prinzip „leichter als Luft“ und konnten schon eine Mannschaft und Nutzlast über weite Strecken transportieren – daher fand auch das Militär gefallen an dieser neuen Technik.

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Quelle: wikipedia

Die LZ3 war die dritte Konstruktion aus dem Hause Zeppelin und wurde durch das deutsche Heer gekauft und trug die Bezeichnung Z1.

 

Der Graf Zeppelin landet bei stürmischer Fahrt bei Loiching in Niederbayern

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Gedenkstein in der Nähe von Loiching an der Isar zur Erinnerung an die Landung des Grafen Zeppelin mit dem Luftschiff LZ3 – Bezeichnung Z1 beim Deutchen Heer – am 1. April 1909. Das Luftschiff war auf großer Fahrt Richtung München und konnte erst in Loiching auf freiem Feld landen. Für die umliegenden Bauern war die erste Landung des Grafen Zeppeling in Bayern ein großes Ereignis.

 

Was hat das ganze nun mit Dachau zu tun?

Geschichte spielt sich immer in größeren Zusammenhängen ab und je tiefer man blickt, desto meht Überraschungen entdeckt man. Die Sturmfahrt am 1. April 1909 – vom Bodensee über München bis nach Loiching hatte noch ein tragisches Ende. Der Verleger Albert Langen war Zeitzeuge der Sturmfahrt und eilte mit seinem Automobil dem abtreibenden Luftschiff von München bis nach Loiching an der Isar nach um dem Grafen und seiner Besatzung zur Hilfe zu kommen.

Bei dieser wilden Verfolgungsfahrt zog sich Herr Langen eine Mittelohrentzündung zu, an der er am 30. April 1909 verstarb.

Albert Langen war der Herausgeber des Simplizissimus, langjähriger Freund und gemeinsamer Jagdpächter mit dem dachauer Schriftsteller Ludwig Thoma. So schließt sich der Kreis.

Im Albert Langen Verlag wurden in den 20er Jahren die berühmten Bauhausbücher von Walter Gropius und Lászlo Moholy-Nagy heraus gebracht und publiziert.