Historische Flugplatzwanderung am ältesten Flugplatz in Bayern

Am 30. April stand wieder eine der beliebten Flugplatzwanderungen auf dem Programm. Eine Grippe zwang mich im Bett zu bleiben – das Team der Bayerischen Flugzeug Historiker e.V. unter Leitung von Udo Roßbach haben sich tapfer geschlagen und mich kurzfristig in der Moderation vertreten.

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Über 35 Teilnehmer ließen sich die Freude an der lebendigen Luftfahrtgeschichte am ältesten Flugplatz nicht nehmen und folgten der Süd-Route in die Wälder an der südlichen Platzgrenze.

Am Flugplatz Schleißheim sind die Spuren der über 100 Jahre Geschichte allerorts noch sichtbar, man muss nur die Augen öffnen und die Artefakte in der Landschaft und die Spuren der Geschichte zusammen bringen.

Flugplatzwanderung – Südrunde

 

Die Geschichte der Junkers Hallen von 1934

Die beiden Junkers Hallen wurden 1934 im Rahmen der Flugplatzerweiterung erbaut und sind heute der ganze Stoltz der Eigentümer – sie dienen heute auch wieder dem ursprünglichen Zweck, der Unterstellung von Flugzeugen. In dieser Bauweise gibt es weltweit nur noch eine Handvoll gleichartiger Gebäude. Beide Hallen waren einmal gleich – die Beschädigungen im Krieg haben zu der verschiedenartigen Bauform geführt.

Spuren im Waldboden – Flugplatzwanderung Südrunde

Die frühere Waffenwerkstatt mit den Justierständen – alles noch sichtbar im Gelände

Heute ganz unscheinbar – aber in meinen ersten Tagen am Flugplatz 1986 stand noch die frühere Waffenwerkstatt – beim nächsten Besuch war alles abgerissen. So können wir heute noch die Überreste der Waffenwerkstatt, die Schießplatte, zusammen mit den Justierständen und dem Kugelfang besichtigen.

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Die frühere Schleißheimerstraße durchschneidet den Flugplatz und wird gesperrt

Die Schleißheimerstraße führte früher vom Stieglmaierplatz im Stadtzentrum Münchens auf gerader Linie nach Schleißheim und ab der Stadtgrenze hieß die Straße Münchnerstraße. Innerhalb der Schloßanlage heißt die Straße heute Effnerstraße und führt an der Ostseite der Flugwerft direkt in den Wilhelmshof hinein.

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Mit der Errichtung des Flugplatzes führte die Schleißheimerstraße auch über den Flugplatz und wurde 1916 für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Wir sehen jetzt noch das südliche Flugplatztor auf der Trasse der Schleißheimer Straße mitten im Wald. Die Besichtigten Kugelfänge der Justierstände durchtrennten die Trasse der Schleißheimerstraße endgültig – bis heute.

 

Die Infrastruktur des Flugplatzes

An der südlichen Platzgrenze entlang besichtigen wir merkwürdige, bunkerartige Gebäude im Wald. Das gehörte zur Infrastruktur des Flugplatzes und waren Pumpanlagen zur Regulierung des Grundwasserstromes am Flugplatz. Mit der Befestigung der Start-/Landebahn 1943 tauchte das Problem auf das auch heute noch existiert. Der Grundwasserstrom in der Münchner Schotterebene fließt von Süd nach Nord. Die Hauptwindrichtung geht von West nach Ost, so dass die Start-/Landebahn den Grundwasserstrom kreuzt. So mußte der Grundwasserspiegel abgesenkt werden, damit die Betonbahn sich nicht verformt. Das ist auch heute so und auch der Flughafen München muss so eine Grundwasserhaltung machen.

 

Die Abstellplätze im Wald – Waldinseln auch heute noch sichtbar

Südlich, bereits außerhalb des Flugplatzes sind seltsame Inseln im Wald. Dies waren Unterstellplätze zum Schutz der Tieffliegerangriffe.

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In diesen Abstellplätzen, sichtbar auch durch die Splitterschutzwälle die bis heute bestehen, hatte 2 2-motorige Flugzeuge platz. Diese mussten hier unter freiem Himmel gewartet, betankt und auf-munitioniert werden. Mit vollem Startgewicht wurden die Flugzeuge mit Traktoren oder per Muskelkraft über die Waldwege bis auf den Flugplatz geschoben. Ein Start in Geschwaderstärke war so alles andere als leicht und einfach.

 

Mehr Details zum Flugplatz, der Geschichte und der Flugplatzwanderungen in meinem Flugplatz – Wanderführer

Im Eigenverlag habe ich die Flugplatzwanderungen in Buchform heraus gebracht. Damit können Sie die Geschichte des Flugplatzes auch selbst erwandern und erlesen.

     

Die beiden Bände sind am einfachsten bei mir per E-Mail an pe@deltaimage.de zu bestellen. Ich liefere dann per Post zum Einzelpreis von 19,12 € zzgl. Porto direkt nach Hause. Zusätzlich sind die Wanderführer an folgenden Stellen erhältlich:

  • Museums Shop in der Flugwerft Schleißheim
  • Infobüro des Tourismus Schleißheim e.V. im Wilhelmshof (Öffnungszeiten beachten)

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Fotos von Freimut März.