Wasserkraft im Bayerischen Wald – Idylle eines ‚Lost Places‘

Seit 30 Jahren als Fotograf im BAYERISCHEN WALD unterwegs, seit 30 Jahren in der Energiewirtscheft zuhause – wie lässt sich das kombinieren?

In einer winterlichen Wanderung am Saußbach, südlich von Freyung im Bayerischen Wald, verbinden sich die beiden Elemente aufs Vorzüglichste.

Eigentlich wollte wir nur den Saußbach fotografieren

Der Saußbach ist ein alter Bekannten bei unseren Fototouren. Vom Karbidwerk bei Ringelai stromaufwärts und die vielen schönen Motive des fließenden Wassers über den Granitsteinfelsen sind Motivbereiche für ganze Foto Tage.

Nicht so an diesem Tag. Wir steigen in die Saußbachklamm flußaufwärts ein und wandern flussabwärts. Nach kurzer ebener Wegstrecke steht es unerwartet da, ein mächtiges Stauwehr und Einlaufbauwerk zum Flusskraftwerk zur Energieversorgung des Karbidwerkes am Saußbach, um die Kraft des Wassers seit ca. 1903 für die Stromerzeugung nutzen zu können.

Wasserkraftwerk wie aus einer anderen Zeit und Ort

Ist es das Bauwerk – groß und dominant stellt sich die Wehranlage dem Saußbach in den Weg. Aber nicht so außergewöhnlich ansich.

Ist es das Licht – die mächtigen Wehranlagen und die künstlichen Bauwerke sind mit Moosen überzogen und durch der Raureif des Morgen in eine einheitliche Patina getaucht. Alles wirkt wie aus einem Guss und eher von einem Künstler gemalt, als von Ingenieuren gebaut und betrieben.

Gotisch anmutende Burganlage mit Zinnen und Wehranlagen, wie ein ‚Lost Place‘

Die Wehranlage am Stausee mutet auf den Betrachter wie eine gothische Burganlage an. Die Flutkanäle sind über reich mit granitenen Blocksteinen gemauert und zeigen sich mit den Treppenstufen in der Gestalt einer Burgmauer.