Schwarzwald-Bote berichtet über unseren Multicopter (UAV) in Haigerloch

Die Drohne kommt auch da hin, wo man mit der Leiter nicht hinkommt. Sie scannt jeden Quadratzentimeter der Schlosskirchenfassade ab. Für Diplomingenieur Sven Daubert bedeutet dies höchste Konzentration. Fotos: Fechter Foto: Schwarzwälder-Bote

Fotos: Fechter Foto: Schwarzwälder-Bote

Junge Technik vermisst alte Mauern – entnommen Schwarzwälder-Bote, 18.02.2014 20:09 Uhr

Die Drohne kommt auch da hin, wo man mit der Leiter nicht hinkommt. Sie scannt jeden Quadratzentimeter der Schlosskirchenfassade ab. Für Diplomingenieur Sven Daubert bedeutet dies höchste Konzentration.  

Von Birgit Fechter (Beitrag ungekürzt)

Haigerloch. Es summt emsig entlang der Schlosssteige. Was wie ein Bienenschwarm klingt ist kleines Flugobjekt, das die Außenmauer der Schlosskirche scannt. Dieser Drohnen-Einsatz dient der Vorbereitung der Sanierungsarbeiten, die in diesem Jahr beginnen.

Die mit Mess- und Bildtechnik ausgestattete Drohne produziert hochwertige Aufnahmen, auf denen die Risse und Schäden an der Mauer gut zu sehen sind. Die Daten, die sie liefert, dienen als Grundlage für umfangreiche Bildpläne. Diese werden der Schadenskartierung, die der Sanierung vorausgeht, zu Grunde gelegt. Aus dem Fassaden-Plan kann praktisch ein 3-D-Modell der Kirche erstellt werden.

Für „Pilot“ Sven Daubert von „aerowerk luftaufnahmen“ aus Ludwigshafen/Rhein bedeutet das hochkonzentrierte Arbeit. Vor dem Start gibt es einen technischen Check, dann lässt er die Drohne aufsteigen, beinahe wie ein Falkner seinen Schützling. Sven Daubert folgt der wertvollen Drohne ständig mit den Augen. Abstürze sind teuer. Eine Drohne kostet laut Daubert mindestens soviel wie ein Kleinwagen.

Architekt Bruno Siegelin ist froh, dass er sich an dieser exponierten Baustelle der neuen Technik bedienen kann. Mit Gerüst und Hebebühne wäre die Schadensaufnahme äußerst schwierig, stellenweise unmöglich – und vor allem ungefähr zehn Mal so teuer. „Mit der Drohne können wir die Baunebenkosten entscheidend senken, ohne an der Qualität der Voruntersuchungen zu sparen“, erklärt Siegelin. Auf bequeme Art bekomme er so die optimale Ausbeute an Daten. „Unbekanntes können wir so weitgehend ausschließen“. Für die Sanierung sind 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

Auch für Sven Daubert und Michael Stauder ist die Kirchenuntersuchung ein Pilotprojekt. Sie sind sonst eher auf den Industrie-Service-Bereich, Bauinspektionen von Brücken oder auch Events und Veranstaltungen abonniert. Für die Drohnen-Aktion an der Schlosskirche musste übrigens beim Luftfahrtbundesamt eine Starterlaubnis eingeholt werden.

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