Flugplatzwanderungen finden in Oberschleißheim wieder Zuspruch und Beteiligung

Ein lange geplanter Termin für die erste Flugplatzwanderung in Oberschleißheim seit langer Zeit wieder einmal. Die naturkundliche Flugplatzwanderung ist eine ganz faszinierende Mischung aus der Luftfahrtgeschichte am ältesten Flugplatz in Bayern und der Entwicklung der Natur auf dem Flugplatzgelände, bedingt durch die Nutzung der Flächen.

Auf dem weitläufigen Gelände außerhalb der jetzigen Betriebsflächen haben sich ganz 
wunderbare und ebenso typische Landschaften auf der Schotterebene, in der Heidelandschaft erhalten.

Arnold Tallavania und Johann Paatsch begeistern mit der Fachkunde über Flora und Fauna

Für die naturkundlichen Themen sind wie in den vergangenen Jahren zwei ausgewiesene Experten aus Oberschleißheim mit dabei. Arnold Tallavania leitet die lokale Agenda21-Projektgruppe Natur in Oberschleißheim und ist Landschaftsarchitekt aus Oberschleißheim. Johann Paatsch war 35 Jahre bei der Landeshauptstadt München im Naturschutz tätig und ist Landschaftsökologe. Zusammen können wir die Gesamtthematik mit vielen anschaulichen Erzählungen dem Publikum nahebringen.

das Auge und das Wissen für die kleinen Pflanzen, die vielen Pionierpflanzen die beginnen sich den Schotterboden, die Betonflächen wieder Stück für Stück zu erschließen. Pionierpflanzen wachen langsamer, weniger üppig und weniger farbenfroh – sind aber für die Erschließung unverzichtbar.

Johann Paatsch lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diese kleinen und meist unscheinbaren Pflanzen als Teil eines ganzen Biotops.

 

20 TeilnehmerInnen freuen sich über die Natur vor der Haustüre am Flugplatz Schleißheim

Ein Anfang ist gemacht und die Gemeinde Oberschleißheim hat keine besonderen Auflagen für die naturkundliche Flugplatzwanderung erteilt:

  • Wir sind draußen an der frischen Luft
  • Ein ständiger Wind hilft uns
  • Die Fläche ist unendlich groß, wir haben Platz und wählen die Standorte auch ganz bewusst aus, so dass der Abstand sehr gut eingehalten werden kann
  • Wir bewegen uns ständig und verharren nur kurz an einem Standort
  • Abstandsgebot von 1,5 m, ansonsten Maskenpflicht

Das lässt sich aber sehr gut umsetzen und so steht die Freude an den Themen wieder im Vordergrund.

 

Vom Wiesenknopf-Bläuling zum Steinschmätzer

Wir erfahren sehr viel über die Flora und Fauna auf der Heide (Haide), auch von der Welt im Kleinen und im Verborgenen.

Perfekt zum Stichwort gesellt sich auch ein Wiesenknopf-Bläuling ins Bild und mag es wohl, von allen Teilnehmern intensiv betrachtet zu werden. So ein wunderschönes Blau fasziniert auch alle Besucher nachhaltig.

Arnold Tallavania und Johann Paatsch sind in ihrem Element und können kurzweilige Zusammenhänge aus der Flora und Fauna aufzeigen. Als Luftfahrthistoriker zeige ich passend dazu die zeitliche Entwicklung in der Nutzung der Flächen auf.

Und am Ende wird auch hier in vielen, vielen Jahren Wald vorherrschen. 
Die Natur holt sich die nicht mehr genutzten Betriebsflächen und Brachflächen 
wieder Schritt für Schritt zurück.

 

Heidelandschaft auf den noch nie intensiv genutzten Flächen

Große Flächenanteile der ehemaligen Flugplatzflächen sind seit den 60er Jahren nicht mehr genutzt. Zeitlich vorher war es militärisches Sperrgebiet der U.S. Air Force, der Luftwaffe. Wieder davor wurden die Flächen ebenso nie intensiv landwirtschaftlich genutzt. Es liegen hier große zusammenhängende Heideflächen vor uns die eigentlich fast die ganze Zeit sich selbst überlassen waren. In anderen Bereichen war der Boden stark verdichtet und die dünne Humusschicht abgetragen um daraus Wege, Straßen und Rollwege zu machen.

Unmittelbar kann man auch 60 Jahre später den Übergang dieser Flächen in der Landschaft erkennen. Fast auf den Zentimeter genau, so präzise zeigt sich die Bodenbeschaffenheit im Landschaftsbild auch heute noch. wenig Humus, dazu starke Bodenverdichtung und es wachsen ganz andere Gräsern und Pflanzengesellschaften. Die Farbe ist anders, die Wuchshöhe ist anders. Alles kleiner und dem wenigen Wasser und Nährstoffangebot angepasst. Man muss schon genauer hinsehen und das wollen wir bei den TeilnehmerInnen stimulieren.

Diese Kalk-Magerrasen sind auf der Münchener Schotterebene ein typischer 
Landschaftsraum und war als Heide im Norden von München flächenmäßig noch 
viel größer und sich sehr artenreiche Biotope. Für den Betrachter möchten 
wir sehr gerne den Eindruck vermitteln, dass gerade weil hier nichts großes 
wächst, diese Biotope in besonderem Maße schützenswert und erhaltenswert 
sind. 
Die Pionierpflanzen begnügen sich mit fast nichts und schaffen doch die 
Grundlage für folgende Generation in der natürlichen Sukzession von Pflanzen-
gesellschaften.