Wetteranalyse Frontensysteme und Radarbildern

Quelle der Wetterdaten und Wetterkarten: www.wetteronline.de

Das Wettergeschehen wird durch das Zusammenwirken der Tiefdruck- und Hochdrucksysteme ganz wesentlich bestimmt. Tiefdrucksysteme sind der Ausgangspunkt der bestimmenden Frontensystemen, die in Form von Warmfronten und Kaltfronten auftreten.

Die Analyse dieser Fronten ist die Grundlage für jedes Verständnis großräumiger Wetterabläufe. Eine sehr übersichtliche Darstellung der aktuellen Frontenverläufe in Europa bietet die Frontenkarte von WetterOnline.

 

Was ist eine Front in der Meteorologie?Wie sieht eine Frontenkarte aus?KaltfrontWarmfrontfür die Fototasche

Was ist eine Front in der Meteorologie?

In der Meteorologie ist eine Front, im Sinne einer Wetterfront, einfach die Grenze zwischen zwei unterschiedlichen Luftmassen – meist trifft dabei kalte auf warme Luft, oder umgekehrt. Da sich diese Luftmassen aufgrund ihrer unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften (Temperatur, Dichte) nicht sofort vermischen, entsteht an dieser Grenze unser „Wetter„: Regen, Wind und Wolken. Wie sich das Wetter regional in den kommenden Stunden entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, welche Art von Front gerade heranzieht.

Das bestimmt, um was für eine Front es sich handelt.

Wie sieht eine Frontenkarte aus und welche Informationen stecken darin?

Ein Tiefdruckgebiet steht in diesem realen Kartenbeispiel (www.wetteronline.de) über den Niederlande.

  • L (ow) oder  T (ief) bezeichnet das Zentrum des Tiefdruckgebietes
  • Blaue Kaltfront zieht sich in dieser Karte vom Zentrum nach Süden bis in die Pyrenäen. Die blauen Dreiecke geben die Bewegungsrichtung der Front an.
  • Rote Warmfront zieht sich in dieser Karte vom Zentrum nach Österreich hinein. Die roten Halbkreise geben auch da die Zugrichtung an.
  • Violette Okklusion bezeichnet das Zusammenfallen einer Kalt- und einer Warmfront. Eine Okklusionsfront entsteht, wenn in einem Tiefdruckgebiet eine schnellere Kaltfront die langsamere Warmfront einholt. Die warme Luftmasse wird dadurch vom Boden abgehoben. Das Wetter ist eine Mischung aus Warm- und Kaltfront mit Dauerregen, gefolgt von Schauern und möglichen Gewittern. Da sollte man als FotografIn nicht an exponierten Stellen unterwegs sein.

Das Kaltfrontsystem: Der ungestüme Draufgänger

Bei einer Kaltfront strömt eine kalte und relativ trockene Luftmasse im Gegenuhrzeigersinn auf die bestehende warme und relativ feuchte Luftmasse. Da kalte Luftmasse ist spezifisch schwerer und dichter als die lokal bestehende warme Luftmasse, schiebt sie sich wie ein Keil unter die warme Luft und drückt diese feuchte und warme Luftmasse rigoros nach oben.

Das Wettermodell kann man sich wie ein Schneepflug im Winter vorstellen, 
wenn der Pflug als Kaltluft ven Schnee in die Höhe wirft.
  • Kennzeichnung der Kaltfront: In Wetterkarten wird die Kaltfront, ausgehend von dem Tiefdruckzentrum als Linie  in blauer Farbe gezeichnet. Die Bewegungsrichtung ist durch den Gegenuhrzeigersinn bestimmt, wird aber zusättzlich durch die Frontkennzeichnung mit blauen Dreieckspfeilen visualisiert.

  • Der Ablauf: Die warme Luft wird beim Auftreffen der schnelleren und schwereren Kaltluftmasse gezwungen, sehr schnell und steil aufzusteigen. Dabei kühlt sich die Warmluftmasse sehr schnell ab, und die relativ hohe Luftfeuchtigkeit in der Luftmasse kondensiert.

  • Wolkenbilder Cb: Es bilden sich durch die Kondensation und das Aufsteigen der Luftmassen die typischen Gewitterwolken Cumulonimbus (Cb), die durch die Ambossform ganz typisch sind, die durch das Überschießen der Luftmassen über den Gleichgewichtszustand entsteht. Daher „quellen“ diese Wolken im Anblick.

  • Gewitter und Starkregen: Dieses turbulente Aufsteigen führt zur elektrischen Aufladung der Luft, und mit einer Kaltluftfront geht oft ein Gewitter einher. Die Kondensation lässt Wassertropfen entstehen, die durch die Luftströmungen in extrem kalte Höhen hochtransportiert werden und immer weiter durch weitere Kondensation wachsen und zu Eis erstarren. So lange, bis die Aufwärtsströmung, das Gewicht nicht mehr halten kann. Die Eiskugeln fallen wieder Richtung Erde und schmelzen auch wieder auf. Manch andere werden wieder erneut in die Höhe transportiert. Dieser immer wieder sich abwechselnde Vorgang geht so lange, bis das Gewicht der Eis-/Wassertropfen in Starkregen, oder in Eisschlag (Hagel) abregnet.
  • Das typische Wetter: Es führt meist zu Gewittern mit mehr oder weniger sichtbaren Blitzen (Entladung der elektrischen Ladung durch die Aufwärtsbewegung von Ladungsträgern). Es kommt zu plötzlichen, heftigen Regenschauern, Hagel oder Schnee und eigentlich immer zu heftigen Windböen. Dieses Wetterphänomen dauert vorwiegend nicht lange und ist auf den eigentlichen Durchzug dieser Front über den jeweiligen Standort begrenzt.

Sicherheitstipp: Exponierte und gefährliche Stellen meiden, sich vor Blitzen ausreichend schützen und keine unüberlegten 
Aktionen unternehmen. Das Gewitter, der Regen, der Hagel wird nur wenige Minuten andauern. Auf jeden Fall runter vom Wasser,
Unterstand suchen.
  • Empfehlung: Eigene Sicherheit geht immer vor, auch bei Fotografen. Exponierte Stellen meiden, runter vom Wasser, sich gegen Starkregen wappnen, unterstellen: Macht eigentlich immer Sinn.
  • Das Wetter nach dem Frontdurchgang: Mit dem Durchgang der Front, sinkt die Temperatur spürbar, der Wind dreht und der Himmel reißt oft tiefblau auf, es folgt das Rückseitenwetter. Die kalte Luft ist relativ trocken und so verschwinden die Wolken. Die Niederschlagsfeuchtigkeit verdunstet und ergibt schöne Bildmotive. Später folgen Cumulus-Wolken (Schönwetterwolken) vor tiefblauem Himmel. Hoffentlich haben Sie als FotografIn nicht alles zusammengepackt, sind ins Auto gestiegen und stehen jetzt im Rückreisestau.

Jetzt ist die schönste Zeit zum Fotografieren.
  • Der visuelle Eindruck: Dunkle, bedrohliche Wolkenwalzen, die den Himmel blitzschnell verdunkeln. Perfekt für dramatische Fotos!

Das Warmfrontsystem: Der sanfte Schleicher

Die Warmfront verhält sich ganz anders und vieles ist genau umgekehrt: Warme und feuchte Luftmassen schieben sich im Gegenuhrzeigersinn voran. Da die warme Luft leichter ist als die kalte Luft, kann sie nur über die kalte Luft aufgleiten.

So gleitet die warme Luft ganz langsam und flach auf die kalte Luft auf.
  • Der Ablauf: Weil der Aufstieg so flach und langsam passiert, kündigt sich eine Warmfront oft schon Stunden oder Tage vorher an. Am Himmel ziehen erst ganz hohe, dünne Schleierwolken (Cirren) auf, die den Himmel milchig machen. Die Wolkendecke wird dann Schritt für Schritt tiefer und dichter.

Eine Warmfront verspricht für die kommenden Stunden noch gutes Wetter, aber nicht für lange Zeit.
  • Das typische Wetter: Statt eines kurzen Unwetters bringt die Warmfront den klassischen anhaltenden Landregen, sprich Dauerregen, der auch drei Tage anhalten kann. Es schüttet nicht wie aus Eimern, aber es gießt gleichmäßig und grau in grau über Stunden und Tage. Die Kondensation geschieht an der Kontaktfläche der Luftmassen, und dies kann eine Länge von hunderten Kilometern sein.

Empfehlung: Bis zum Eintreten des Landregens hat man in der Natur noch ausreichend Zeit seine Tour oder Vorhaben geordnet
zu Ende zu bringen. Mit dem Landregen macht ein "Davonfahren" keinen Sinn mehr - er wird bis zu drei Tage lang anhalten.
  • Danach: Nach der Front strömt Warmluft und erwärmt die Kaltluft. Es steigen die Temperaturen, das Wetter wird milder, wenn alle Niederschläge gefallen sind, bleibt es aber oft dunstig oder neblig, da die Landschaft nun großräumig viel Feuchtigkeit hat.
  • Der visuelle Eindruck: ein monotoner, grauer Himmel, diffuses Licht und weiche Kontraste. Daher macht es fotografisch kaum Sinn, eine Warmfront fotografisch abzuwarten, das Fotowetter wird in den kommenden Tagen schlecht bleiben.
Die Tour gezielt und sicher zu Ende zu bringen, ist meist dann der bessere Rat.

Zusammenfassung für die Fototasche

Front Wolken Lichtcharakter Strategie
Kaltfront Dramatische Wolkentürme

Culumonimbus Wolken (Cb)

Hart, kontrastreich, klar Warten!

Das beste Licht kommt direkt nach dem Sturm.

Warmfront Graue Schichten (Stratus) Diffus, weich, kontrastarm Planen!

Tour beenden, bevor der Dauerregen einsetzt.

 

 

Das Bild zeigt an einem schönen Sommertag am Flugplatz Oberschleißheim im Norden von München eine imposante Gewitterzelle, die Merkmale einer sogenannten Superzelle oder einer massiven Böenwalze (Shelf Cloud) aufweist.

Diese Formationen sind oft Vorboten extremer Wetterereignisse:

  • Rotationsstruktur: Die geschichtete, fast kreisförmige Struktur deutet auf eine starke Dynamik in der Atmosphäre hin.

  • Abwindbereich: Die dunkle, tiefe Wolkenbasis ist typisch für die Zone, in der kalte Luft nach unten stürzt und warme Luft nach oben gesaugt wird.

  • Gefahrenpotenzial: Solche Wolkenformationen bringen häufig Sturmböen, Hagel und intensiven Starkregen mit sich.

Hinweis: Wenn du eine solche Wolkenwand am Horizont siehst, ist es Zeit, sich in Sicherheit zu bringen – 
das sieht nach einem klassischen "Unwetter im Anmarsch" aus!

Das schützende Auto war nur 50 m entfernt, trotzdem wurde ich klatschnass.

 

Aktuelle Wetterkarten mit Fronten wetteronline.de

Wetterkarte mit Fronten von Wetter Online. Beim Klick auf die Wetterkarte führt zu www.wetteronline.de.

Achten Sie auf die richtige Zeit – die Standardanzeige ist UTC (Universal Time Coordinated) 00.00 Uhr. Dies ist:

  • Im Winter 01:00 Uhr MEZ (Mittel Europäische Zeit) in der Zeitzone Berlin.
  • Im Sommer ist es 02:00 Uhr MESZ (Mittel Europäische Sommer Zeit) in Berlin.

Entsprechend die Reiter:

  • In Gelb (Vergangenheit – Analyse) und
  • In Grün (Zukunft + Prognose).

 

Quelle der Wetterdaten und Wetterkarten: www.wetteronline.de

Das Wettergeschehen wird durch das Zusammenwirken der Tiefdruck und Hochdrucksysteme ganz wesentlich bestimmt. Die verfügbaren Satelittensysteme erzeugen engmaschige Wetterradarbilder als Grundlage für eine Wetteranalyse. Wir haben die einfachste Form als Zugang zu Wetterkarten in Europa mit dem jeweils herrschenden Fronten bei Wetter Online gefunden.

 

Wetterkarten mit Wetteradarbildern

Wetterkarte mit Radarbildern von Wetter Online. Beim Klick auf die Wetterkarte führt zu www.wetteronline.de.