Streetfotografie am Single-Trail am Fellhorn


Ein bestimmendes Thema bei den Fotografen sind die neuen Regelungen zum europäischen Datenschutz. Ein großes Maß an Verunsicherung herrscht sowohl bei den Profis als auch bei den Amateuren.

Darf man jetzt noch so unbeschwert fotografieren wie früher?

Ja und Nein. Es kommt darauf an. Auch früher war das Einverständnis von fotografierten Personen, die bildbestimmend fotografiert wurden erforderlich. Die fotografische Disziplin der Streetfotografie war schon immer eine Grauzone zwischen erlaubt – geduldet – verboten.
Hier muss man heute noch mehr aufpassen als früher – aber es geht doch. Das wichtigste ist nach wie vor die offene und ehrliche Kommunikation mit den abgebildeten.

Am Fellhorngipfel begegnen mir freundliche Moutainbiker am Single-Trail

Am Wanderweg, hoch über dem Talgrund zwei MTB-Fahrer mit geschulterten Bikes kommen mir entgegnen. Nach dem einfachen Grundsatz zuerst fotografieren und dann fragen ist das spontane Bild im Kasten – ein schönes Erlebnisbild am Fellhorn.

  • Der vordere MTB Fahrer erkennt die Situation schnell und frage schon von weitem –
  • „kannst mir das Bild per E-Mail schicken“.
  • Und schon fängt es an mir die E-Mail Adresse zu diktieren.
  • Ich ziehe meine Visitenkarte aus der Tasche und überreiche sie Ihm.
  • „Bist du Fotograf?“
  • Ich antworte Ja, bin Workshopleiter beim Oberstdorfer Fotogipfel.
  • „Ja so a Glück heut“ – antwortet der MTB Fahrer.
  • Er meldet sich auch per E-Mail und ich schicke Ihm natürlich die Bilder und so ist auch heute eine einfache und nachvollziehbare Kommunikation im Sinne des Datenschutzgesetzes möglich.

Miteinander Reden ist immer noch die wirkungsvollste Kommunikation

Meine Foto-Kurs-Teilnehmer fragen mich immer wieder nach den besten Methoden für die unbemerkte Fotografie auf der Straße – dem Wesen der Streetfotografie.

„Warum unbemerkt?“

Ich möchte das auch nicht, wenn mich jeder Fotograf mit langem Tele, mit einem Smartphone oder welchen anderen Tarnmethoden ablichtet. Ich kann nur appellieren an die Fotografen – traut euch offen und transparent zu fotografieren und kommuniziert wie auch früher durch Blickkontakt, durch eine Geste, durch das Hochhalten der Kamera, durch ein kleines Gespräch.
Man wird dann erleben, dass Menschen dies zu schätzen wissen und anschließend viel offener und entspannter sich geben und einem Foto sehr offen gegenüberstehen. Als Fotografen haben wir immer einen großen Schatz in unserer Tasche – ein perfektes Bild in schönem Licht und passendem Ambiente.

Ein versprochendes Bild sollte dann auch zugeschickt werden – das ist Ehrensache.