Wild-Live in meinem Garten zum Frühlingsbeginn

»Wenn die Arbeit kurz Pause macht.«

Manchmal braucht es auch als Natur- und Landschaftsfotograf keine weite Reise für ein besonderes Bildmotiv. Die Natur kommt auch so manches Mal direkt zu mir als Fotografen. Manchmal reicht auch nur ein aufmerksamer Blick aus dem eigenen Bürofenster in den Vorgarten. Während ich heute an aktuellen Projekten arbeitete, war überraschend etwas Unruhe in meinem Vorgarten, im großen, alten und knorrigen Boskop-Apfelbaum.

Es gab im Garten eine kleine Unterbrechung der charmanten Art: Ein Eichhörnchen stattete unserem alten Boskop-Baum einen Besuch ab. Direkt vor der Fensterscheibe hielt der flinke kleine Kletterer für einen Moment inne und suchte auch den direkten Blickkontakt.

Der Reiz des Ungeplanten

In der Fotografie planen wir oft jedes Detail – Licht, Komposition, Ausrüstung. Doch die spontanen Momente sind es, die uns am meisten fordern und gleichzeitig am meisten belohnen. Durch reinen Zufall liegt die Digitalkamera mit dem langen Objektiv eigentlich in Griffweite im Büro.

Das Foto oben zeigt diesen flüchtigen Augenblick: Durch das dichte, bemooste Geäst des Apfelbaums hindurch fixierte mich der kleine Besucher. Die natürliche Rahmung durch die unscharfen Zweige im Vordergrund verleiht der Szene eine fast schon heimliche Intimität – ein kurzer, wilder Moment inmitten des digitalen Arbeitsalltags.

 

Fokus auf das Wesentliche

Für mich war dieser Besuch eine willkommene Erinnerung daran, den Fokus ab und zu vom Monitor weg und hin zur Natur direkt vor der Tür zu lenken. Es sind genau diese Details – das Glänzen in den Knopfaugen und die feinen Pinselohren im Streiflicht –, die zeigen, wie viel Inspiration in unserem direkten Umfeld wartet.

Die obigen Fotos sind vom Garten aus fotografiert – nichts stört das fotografische Bild. Die weiteren Fotos sind vom ersten Stock, direkt von meinem Büro aus fotografiert. Ich ließ das Bürofenster geschlossen, um den kleinen Freund nicht zu verschrecken. Das Eichhörnchen war munter auf dem Ast unterwegs und präsentierte sich meiner Kamera auch von seiner eigenen Schokoladenseite aus.

Das Fenster liegt im tiefen Schatten des Baumes – ich bleibe unbemerkt

Das Bürofenster selbst liegt jetzt im Frühling weitgehend im Schatten des Baumes. Für das Eichhörnchen bin ich durch den Kontrastunterschied weitgehend unsichtbar, so kann ich ganz unbemerkt, die Bewegungen des Eichhörnchens abwarten und auch das Tier fotografieren.

Mit einer Brennweite von 800 mm gelingt es mir, bei einem Abstand von etwa 10 Metern das kleine Tier auch perfekt formatfüllend in die Bildmotive umsetzen zu können. Fotos von Eichhörnchen in der Natur sehen meist folgendermaßen aus: Ein kleines Tier in einer großen Natur, nur durch eine entsprechende Ausschnittsvergrößerung in etwa zu einem Bild für die Webseite geeignet.

Heute fotografiere ich das kleine Tierchen ohne Ausschnittsvergrößerung – im ganzen Bildformat. Diese Begegnung dauert fast 20 Minuten. Das Tier hat sich sicherlich überhaupt nicht durch mich gestört gefühlt.

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