Im Vorfrühling wandelt sich die Niedermoor-Landschaft und die Tierwelten
Über die vielen Jahre in meiner Natur- und Landschaftsfotografie ergeben sich die wichtigen Fotomotive im Jahreskreis. Der Kreislauf des Lebens beginnt im Vorfrühling wieder von Vorne:
- Die Zugvögel kommen aus den Winterquartieren im Süden.
- Die Suche nach dem Partner für das Jahr/das Leben beginnt von Neuem.
- Die Vorbereitungen zum Nestbau beginnen – entsprechend viel Flugaufkommen ist zu beobachten.
So ergeben sich aus den fotografischen Erfahrungen der letzten Jahre heraus, die Fotopunkte, die viel Bewegung in der Natur versprechen.
Im Vorfrühling zieht es mich immer ganz besonders hinaus ins nahe Krenmoos, in die weite Niedermoor-Fläche. Das Karlsfelder Krenmoos erwacht im Dachauer Moos gerade aus seinem Winterschlaf, und wer genau hinsieht – oder den Blick gen Himmel richtet –, merkt schnell, dass sich die Dynamik im Moos verändert hat.
Die Kiebitze kommen an uns, suchen sich ihr neues Brutgebiet aus, die Rehe ziehen unvermindert über die freie Moosfläche. Über den Äckern schwirren und trillern die Feldlärchen ihre Lieder und die Singvögel geben auch ihre Ständchen zum Besten.

Das Motiv: Der Turmfalke im Aufwind
Der Turmfalke ist einer der markantesten Akteure in diesem Habitat. Er ist sicherlich einer der Vögel mit dem farblich besonders eleganten Federkleid überhaupt. Wenn er hoch über dem Moos (Niedermoor) steht, fast unverändert über einem Punkt am Boden in der Luft „rüttelt“, sucht er am Boden nach kleinen Nagetieren als Nahrung für ihn. Der Rüttelflug ist eine ganz besondere Flugmechanik und lässt den Turmfalken auch schon von Weiten als solchen erkennen. Fotografisch bietet der Turmfalke eine ebenso besondere fotografische Herausforderung, ein ganz anderes Fotografieren als die anderen Tiere in der Niedermoor-Landschaft.

Der Turmfalke ist für mich schon ein alter Bekannter hier im Krenmoos, er bleibt auch den Winter über hier.
Die fotografische Herausforderung in der Naturfotografie
Der Turmfalke hat folgende Hauptabmessungen – nur geringe Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen:
- Rumpflänge ca. 35 Zentimeter
- Flügelspannweite ca. 75 Zentimeter
Diese fliegenden Greifvögel haben gar keine Notwendigkeit, dass sie uns Fotografen nahe an sich heranlassen. Die Falken sind schon deutlich größer als Singvögel, aber umso weiter entfernt sind die Tiere in der freien Wildbahn.
Diese Fotos sind mit 800 mm Brennweite fotografiert und trotzdem füllt der Vogel nur einen sehr kleinen Teil des späteren Bildes aus. Der diffuse und gleichmäßig helle Himmel hilft bei dieser Naturfotografie, da es praktisch keine Schatten und keine Überbelichtungen gibt. Trotzdem muss sich die FotografIn um das verfügbare Licht kümmern (was meist zu wenig ist) und gleichzeitig die Bewegung des Vogels in Bildschärfe umsetzen. Dabei hilft der Rüttelflug fotografisch besonders viel.

Hier ist der Turmfalke während seines charakteristischen „rütteln“ zu sehen.
Der Aufruf zum Frühling
Der Frühling im Moos ist kein statisches Ereignis, sondern ein ständiger Wandel. Der Turmfalke ist einer der ersten Bewohner, der uns signalisiert:
Die Saison für Naturfotografie ist wieder voll eröffnet.

800 mm Brennweite, ISO 1600, 1/2000 s, f/8.0