In den Niedermoor-Landschaften zeigen sich in diesen Wochen immer mehr Tiere als Bestandteil der Szenerie in der Naturlandschaft. Die offenen landwirtschaftlichen Flächen sind noch nicht bestellt. Für die bodenlegenden Tiere ist das die Zeit, die Reviere erneut abzustecken und sich dem anderen Geschlecht in der allerprächtigsten Form zu präsentieren. Für die Naturbeobachtung und die Naturfotografie ist dies eine der schönsten und abwechslungsreichsten Wochen im ganzen Jahreskreis.

Auf der schwarz-melierten Ackerfläche, präsentieren sich die Fasane am äußersten Ende meiner fotografischen Reichweite. Gegen den einheitlichen Hintergrund, ist der Fasan in seinem prächtigen Farbkleid auch ganz klar und schön zu erkennen.
Das Prachtkleid des männlichen Fasans
Der männliche Fasan (Jagdfasan, Edelfasan) zieht die ganze Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich. Diese sind in einem braunen Farbkleid perfekt für das Überleben in der Wildnis fokussiert. Es reicht ja, wenn ein Teil der Pärchen auffällig ist. Ein Fasan wird etwa 90 Zentimeter groß.

- Kopf & Hals: schillernd dunkelgrün bis blau, mit verlängerten Ohrfedern.
- Augenpartie: leuchtend rote, nackte Hautstellen (Rosen), die zur Paarungszeit anschwellen.
- Körper: bronzefarben bis kupferrot mit schwarzen Federsäumen.
- Schwanz: sehr lang, spitz zulaufend und bräunlich mit Querbändern.
- Beine: grau, ausgestattet mit einem Sporn.
Tierfotografie am Boden im Niedermoor
Der Frühling im Krenmoos findet nicht nur in der Luft statt, sondern auch in den Furchen der unbestellten Felder.
Mein heutiger fotografischer Fund:
zwei männliche Fasane auf Erkundungstour im Moos.

Das aristokratische Schreiten in der niedrigen Moos-Landschaft
Die Fasane scheinen wohl die Szenerie im Moos zu dominieren. So langsam und grazil schreiten sie über die Landschaft in Feld und Wiese. Sie haben es fast nie eilig. Mit grazilen Schreitschritten bleibt das bunte Farbkleid auch immer auffällig und gut sichtbar. Dieser Ausdruck an Dominanz spielt wohl auch für die Attraktivität bei den Weibchen eine große und wichtige Rolle.

Fasane bleiben in der weitläufigen Moos-Landschaft immer auf Abstand
Fasane in der niedrigen Niedermoor-Landschaft zu entdecken, gelingt recht einfach. Dafür sorgen die männlichen Fasane allein mit ihrem deutlich zu hörenden, krächzenden Gesang. Die Fasane dann aber auch ins rechte Bild zu setzen, bleibt meist eine unerfüllte Herausforderung. Man sieht und hört die Fasane viel häufiger, als dass sie sich bei passendem Licht, entsprechend attraktiv in Bildern festhalten lassen.
Fotografisch bleiben im Wesentlichen zwei große Herausforderungen, die es zu meistern gilt:
- relativ kleine Vögel, weit weg.
So wie meistens in der Vogelfotografie sind die relativ kleinen Vögel sehr weit weg. Es gibt kaum einen Grund, warum sie uns FotografInnen nahe an sich heranlassen sollten. Die weitläufige Niedermoor-Landschaft gibt genügend Raum zum Ausweichen und zu guter Letzt, sind es Vögel. Die dritte Dimension macht das Ausweichen vor uns Menschen umso viel einfacher.
So nah ran wie möglich, ohne die Fasane zu verschrecken und zur Flucht zu bewegen. - Bodennahe Aufnahmen kämpfen gegen das Hitzeflimmern
Die Fasane sind ein typisches Beispiel für diese Art der bodennahen Naturfotografie. Die Sonnenstrahlen erwärmen den Ackerboden schneller als die Umgebung, und das führt in den Luftschichten zu Verwirbelungen und zu einer deutlich abnehmenden Bildqualität. - Fotografische Technik: Für die Fasane in der offenen Niedermoor-Landschaft sind lange Brennweiten mit mehr als 500 mm Brennweite erforderlich.

Diese Bilder gelingen mir mit einem SIGMA 150-600 SPORTS an einer APS-H Kamera.
Das Hitzeflimmern in der Natur-Fotografie

In diesem Bild zeigt sich das Hitzeflimmern schon recht deutlich. Die Bildschärfe ist deutlich geringer und alle Farben und Strukturen sind durch ein zusätzliches, ganz kleines Muster überlagert. Die Folge ist eine deutlich geringere Bildschärfe, gerade bei starken Ausschnittsvergrößerungen. Das Bild ist so nicht verwendbar.
Die Bilder, mit identischen Einstellungen und Ausrüstung fotografiert, können gut verwendbar sein. Aber eben nicht alle. diese sind dann technischer Ausschuss.
Was ist das Hitzeflimmern?
- Es ist eine physikalische Erscheinung, hervorgerufen durch die Temperaturverteilung in den unteren Luftschichten über dem Boden.
- Auslöser sind die Sonnenstrahlen, die den Boden schneller erwärmen, als die Umgebung.
- Es entsteht durch die am Boden erwärmte Luftmasse, in Form der aufsteigenden warmen Luft.
- Die fotografischen Lichtstrahlen müssen bei dieser bodennahen Fotografie besonders lange durch diese aufsteigende durch. Diese aufsteigende Luftmasse führt zu Dichteunterschieden und zeigt sich durch Verwirbelungen.
- Die Lichtstrahlen werden durch die Verwirbelungen unterschiedlich gebrochen und führen zu fotografischen Bildern, die unscharf oder verzerrt wirken.
In der offenen Niedermoor-Landschaft tritt das Hitzeflimmern besonders stark zutage. Die Sonneneinstrahlung auf die dunkle Ackerfläche heizt diese schnell auf. Da sich der Fasan gerade in dieser stark beeinträchtigten Luftschicht aufhält und wir als FotografIn bodennah fotografieren wollen, um die Komposition zu gestalten, sind diese Bilder davon im Besonderen betroffen. Ein Fotografieren über eine Graslandschaft ist deutlich weniger davon betroffen.
Wie zeigt sich das Hitzeflimmern in den Fotos?
- Die Bildmotive wirken »weich«, nicht wirklich scharf. Diese schlechte Bildqualität ist dabei sehr ungleichmäßig über das Bildfeld verteilt.
- Linien bleiben nicht gerade, Kreise sind nicht rund, Details, Strukturen und Muster gehen fast ganz verloren.
Was fördert das Hitzeflimmern?
- Fotografieren mit langen Brennweiten über weite Strecken über eine sich aufheizende Landschaft.
- Fotografieren in Bodennähe, sowohl mit der Kamera als auch das Bildmotiv selbst.
- Sonneneinstrahlung bei hochstehender Sonne.
Wie kann man das Hitzeflimmern vermeiden?
Da es ein physikalisches Phänomen ist, kann die FotografIn nur deren Ursachen versuchen zu vermeiden. Es half kein anderes Objektiv und keine andere Kamera. In hartnäckigen Fällen hilft oft nur, abzuwarten, bis die Oberfläche abkühlt, oder an einem anderen Tag wiederzukommen.
