Naturfototage Fürstenfeld: WorkshopteilnehmerInnen „Natur im Niedermoor“ im Moos

Mit neun TeilnehmerInnen im Workshop »Natur im Niedermoor« war ich am letzten Freitag im Maisacher Moos fotografisch unterwegs. Im Rahmen der 28. Internationalen Naturfototage Fürstenfeld kommen viele Interessierte der Natur- und Landschaftsfotografie auf dieser größten Fotoveranstaltung in Süddeutschland zusammen. Seit vielen Jahren führe ich Fotoworkshops in die Natur hinaus und gebe die Freude an der Natur- und Landschaftsfotografie und auch auch mein fotografisches Wissen weiter.

Die FotografInnen sind immer mit einer großen Leidenschaft mit dabei und sind begeistert, die Landschaft und die Naturräume zu entdecken.

 

Der Austausch untereinander ist mit am wichtigsten

Ich zeige den Teilnehmenden an diesem Tag den Lebensraum Niedermoor mit den im Frühling zu sehenden Tieren und Pflanzen. Ein Niedermoor hat ja fast jeder in der Nähe seines Wohnortes. Das Entdecken eines neuen und ganz anderen Landschaftsraumes ist immer spannend. Wenn man dann auch noch mit einer Kamera dabei sein darf, wird da ein überaus spannender Ausflug daraus.

Auch die Tiere, gerade die Frösche und Kröten, an den Wasserflächen im Niedermoor selbst zu entdecken, ist für die Teilnehmenden eine ganz neue Erfahrung. Tiere in einem natürlichen Habitat zu suchen und auch selbst zu entdecken, ist meist eine ganz neue Erfahrung im Leben.

Niedermoore und Hochmoore in Deutschland

In Deutschland gibt es als Gesamtfläche von 5% der Bundesfläche die auf Nieder- und Hochmoore entfällt. Die Niedermoore nehmen in Deutschland eine Fläche von etwa einer Million Hektar ein. Zusammen mit Hochmooren bedecken Moorböden insgesamt rund 1,8 Millionen Hektar, was etwa 5 % der Bundesfläche entspricht.

  • Niedermoore haben Kontakt zum Grundwasser und werden von Fließgewässern durchflossen. Darüber erflogen auch der Wasserhaushalt und der wesentliche Nährstoffeintrag.
  • In diesem Niedermoor wurde ab 1812 trockengelegt und der Torf ist bereits weitgehend abgebaut. Das Maisacher Moos ist aber innerhalb des weitläufigen Dachauer Mooses mit dem noch besten Zustand einer Mooslandschaft ausgestattet.
  • In Bayern werden Niedermoore als Moos bezeichnet.

Dieses Niedermoor ist Bestandteil des viel weitläufigeren Dachauer Mooses. Es besteht aus zwei aneinandergrenzenden Niedermoorflächen. Das Palsweiser Moos liegt im Gemeindegebiet Bergkirchen und gehört zum Landkreis Dachau und ist ein geschütztes Landschaftsschutzgebiet. Daran anschließend liegt das Fußbergmoos im Landkreis Fürstenfeldbruck, auf dem Gemeindegebiet Maisach, und ist ebenso ein geschütztes Landschaftsschutzgebiet. Beide Niedermoore zusammen werden auch als Maisacher Moos bezeichnet.

  • Hochmoore haben im Gegensatz dazu keinerlei Grundwasserkontakt. Alles Wasser kommt aus der Luft und den Niederschlägen. Auch die Nährstoffe kommen damit nicht über das Wasser, sondern ausschließlich über die Luft und über Windverfrachtungen in das Hochmoor.
  • Das Hochmoor ist daher für die Pflanzen und die Tiere auf diesen extremen Mangel an Wasser und Nährstoffen ein ganz spezieller Lebensraum. Die Tiere und Pflanzen sind klein und sparsam im Wuchs und haben sich auf diese ökologische Nische in der Natur speziell angepasst. Die Tiere und Pflanzen können außerhalb des Hochmoors nicht überleben.
  • In vielen Hochmooren wurde bis in die Mitte der 1980er Jahre noch Torf industriell abgebaut und damit das Natur- und Landschaftsgefüge nachhaltig zerstört.
  • In Bayern werden die Hochmoore als Filze bezeichnet.

Das Hauptvorkommen von Mooren (Hoch- und Niedermoore) konzentriert sich auf das Norddeutsche Tiefland, dabei insbesondere auf den Nordosten sowie das Alpenvorland und den Bayerischen Wald.

  • Über 90 % bis 95 % der Moorböden in Deutschland sind entwässert und werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt, so auch große Teile im Dachauer Moos.
  • Aufgrund dieser Nutzung sind viele ehemalige Niedermoore für Laien in der Landschaft oft gar nicht mehr als solche erkennbar.
  • Im Gegensatz zu Hochmooren sind die Niedermoore bisher nur zu einem geringen Teil in Naturschutzgebieten gesichert.

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