Aus Affing im Jahr 1981 wieder zurück in die Gegenwart in Maria Birnbaum

Ein Oldtimertreffen ist keine statische Museumsausstellung – es lebt, vibriert und riecht nach Benzin. Wenn der Nachmittag voranschreitet, kommt eine ganz neue Dynamik auf den Platz. Motoren werden gestartet, Fahrzeuge rangieren und die Wehmut des Aufbruchs mischt sich mit dem tiefen Grollen der Zylinder.  Man holt sich beim schneider noch ein Stück Kuchen und einen Kaffee, um für die Rückkehr gestärkt zu sein.

Hier schlägt die Stunde der reinen Reportage-Fotografie und jetzt heißt es aufmerksam zu sein und die Augen und die Kamera überall zu haben. Jetzt passieren die besten Bildmotive – die Unwiederbringlichen, die Einmaligen.

 

AC Cobra V8 im Staub des Schlossgeländes

Den absoluten Höhepunkt dieses lebendigen Treibens setzte eine brachiale AC Cobra. Als der mächtige V8-Motor zum Leben erwacht und der Wagen langsam über den Schlosshof rollt, wirbelt er den Kies des Bodens auf.

AC Cobra im Staub des Schlossgeländes beim Oldtimertreff in Affing

Der kraftvolle Moment des Aufbruchs: Das Zuiko 180mm f/2.8 verdichtet den Staub im Schlosshof Affing und setzt der AC Cobra ein kinoreifes Denkmal zum Abschied. Diese Staubwolke transportiert das physische Gefühl des Gehens – man kann das dumpfe Grollen des Motors beim Betrachten des Bildes förmlich hören. Für dieses Action-Motiv wich das Fisheye dem legendären OM Zuiko 180mm f/2.8 Teleobjektiv. Durch die lange Brennweite wird die Szene optisch gestaucht, sodass sich die Staubpartikel im Bild zu einem atmosphärischen Nebel verdichten. Bei offener Blende zerfließen die Zuschauer im Hintergrund in ein samtiges Bokeh, während die Konturen der Cobra messerscharf auf dem analogen Film fixiert bleiben.

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Einige besondere Protagonisten der Oldtimer-Ausstellung in Schloss Affing

Die Reise in das virtuelle Jahr 1981 startete bei mir mit einem Defekt an der mechanischen Olympus OM-1. Mit dieser legendären Kamera (SLR) hat Olympus die äußerst erfolgreiche, kompakte  OM-Baureihe auf der Photokina in Köln 1972 begonnen. Im Jahr 1979 wurde die Kamera ganz leicht modifiziert als OM-1n fortgesetzt und bis ins Jahr 1987 gebaut.

Mechanischer Verschluß
äußerst kleines und leichtes Gehäuse
eine der optisch schönsten Kameras überhaupt

Beim Warten auf meinen Fotografen-Freund Andi wollte ich frisch den ILFORD DELTA 100 Professional einlegen. Technisch einer der besten Schwarzweiß-Negativ-Filme in Ilfords Portfolio, besticht er durch überragende Bildschärfe und feines Filmkorn. Genau in diesem Moment bemerkte ich die Fehlfunktion – eine kleine Schraube im Kameragetriebe hatte sich gelöst. So wechselte ich noch schnell auf die Olympus OM-2n, die mich den restlichen Tag über perfekt begleitete. Mittlerweile ist die Schraube der OM-1 wieder festgezogen und alles läuft perfekt. Eigentlich wollten Andi und ich an diesem Tag zwei rein mechanische Edelkameras gegeneinander antreten lassen – die Olympus OM-1 gegen Andis Leica M6. Nun übernahm die elektronisch gesteuerte OM-2n den analogen Dienst.

BILD MEINE AUSRÜSTUNG FÜR AFFING

Die Schwarzweißfotografie (oder Monochromfotografie) ist die Urform der Fotokunst. Da sie auf Farben verzichtet, lenkt sie den Blick direkt auf das Wesentliche:

Formen, 
Linien, 
Texturen und 
das Zusammenspiel von Licht und Schatten.

 

Wer wird zum Protagonisten bei mehreren Hundert Oldtimern?

Beim Gang durch die Reihen der meist edlen Limousinen fallen mir fotografische Linien und Formen auf, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden. Eine Oldtimer-Ausstellung ist eben deutlich mehr als die bloße Summe der einzelnen Exponate. Aus der Fülle der Fahrzeuge sind mir zwei Protagonisten ganz besonders ins Auge gestochen.

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Eine Reise mit Schwarzweißfotos in das Jahr 1981

Mit meinem Fotografen-Freund Andi Pirchmoser aus Dachau wollten wir diese schöne und stilvolle Veranstaltung für uns zu etwas ganz Besonderem machen. Klar, dass wir bei passendem Wetter nach Affing mit dem Mercedes R 107 Roadster aus dem Baujahr 1981 anreisen würden – und zwar offen, ohne Verdeck. Mit dem Roadster anzukommen und dann mit einer modernen Digitalkamera zu fotografieren: Das fühlte sich einfach nicht richtig an.

Auf dem Weg nach Affing liegt noch vor der Stadt Aichach das Schloss Blumenthal des Deutschen Ordens. Früher eine Kommende und der Hauptsitz der Komture (die Leiter der Ordenshäuser), ist es heute eine von mir sehr beliebte Zwischenstation auf dem Weg von und nach Affing.

Sehr schnell war mir und auch Andi klar:

Wir machen für uns Fotografen etwas mehr aus diesem Event. 
Wir wollen eine echte fotografische Geschichte erzählen. 
Anders, als wir es vielleicht sonst gemacht hätten. 
Möglichst viel soll dabei zusammenpassen – 
so, als sei es schon immer genau so erlebt worden.

 

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Oldtimer-Teff am Schloss Affing bei Aichach: zurück zur Schwarzweißfotografie des Jahres 1981

Seit vielen Jahren bin ich mit der Gemeinde Affing und dem Schloss Affing verbunden. Nicht weit von Aichach entfernt liegt diese beschauliche Ortschaft im bayerischen Schwaben. Von Dachau aus sind es lediglich 60 Kilometer Fahrtstrecke über schöne Landstraßen – ideal für eine Ausfahrt mit dem Motorrad oder dem Mercedes-Roadster.

An diesem Herbsttag im September sammelt sich im dortigen Schlosshof die überregionale Szene an Oldtimer-Fahrern und Oldtimer-Fans. Autos, Motorräder, Kleinkrafträder, Traktoren, Lastkraftwagen und vieles mehr werden erwartet. Doch für mich beginnt das Erlebnis dieses Oldtimer-Treffs schon weit vor dem Schlosstor: mit der stilvollen Anreise durch die Landkreise Dachau und Aichach-Friedberg in einem Mercedes 280 SL aus dem Jahr 1981.

Anfanhrt mit dem Mercedes Roadster R107 nach Affing zum Odtimer-Teffen.

Das Erlebnis des Oldtimer-Treffs beginnt bereits mit der stilvollen Anreise durch die Landkreise Dachau und Aichach-Friedberg in einem Mercedes 280 SL aus dem Jahr 1981.

Eine fotografische Geschichte hat einen Anfang, einen Höhepunkt und schließt mit einem Ausblick. Nichts ist passender, als diese Einleitung in das visuelle Storytelling durch die Anfahrt selbst zu gestalten. Der 280 SL der Baureihe R 107 ist eine der bekanntesten Mercedes-Ikonen und zeichnet sich durch ganz besondere Formen und markante Designlinien aus. Bei bedecktem Himmel geht der Blick der Kamera in den Rückspiegel nach hinten und fällt über die Lichtkanten des Roadsters.

Die Formen des 280 SL sind vielen Fans bekannt und fallen dem Beobachter immer wieder direkt ins Auge.

Die Anfahrt im Mercedes 280 SL bei bedecktem Himmel. Der Blick der Kamera wandert durch den Spiegel zurück auf den Weg, den wir bereits hinter uns gelassen haben.

Der Doppelblick in einen Rückspiegel ist schon fast ein cineastischer Blick, nach vorne und nach hinten zugleich – vor allem im edlen Schwarz-Weiß-Format eines SW-Negativfilms. Als BetrachterIn sehen Sie schon einiges  aber das Auto in dem wir sitzen und nach Affing reisen, bleibt noch etwas verborgen.

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