Haubenraucher im Dachauer Moos an der Schinderkreppe

Heute war ich wieder an der Schinderkreppe mit einer ungewöhnlichen fotografischen Aufgabenstellung und einem Experiment. Auf dem Vogelschutzweiher ist heute nur ein Haubentaucher mit einem Küken unterwegs – ein perfektes Motiv auf dem großen Weiher.

Ich möchte heute einmal ausprobieren, wie es fotografisch funktioniert, mit der Kamera so niedrig wie möglich über der Wasseroberfläche zu fotografieren.

  • Die Schärfenbereiche zeichnen sich deutlicher auf der Wasseroberfläche ab und isolieren bei offener Blende das Bildmotiv deutlich im fotografischen Bildraum.
  • Das gegenüberliegende Ufer kommt nun mit ins Bild, ob das für das Bild positiv ist, muss die FotografIn selbst beurteilen.

Für das Bildmotiv unseres Haubentauchers mit Küken ist das sicherlich eine sehr schöne Bildgestaltung, weil die Beleuchtung der Szenerie das Licht auf die beiden Tiere legt.

Auch in diesem Titelbildmotiv macht sich diese sehr niedrige Kameraposition sehr gut, das liegt auch vor allem an der sehr schönen Beleuchtung des eigentlichen Hauptmotivs mit einem im Dunkeln versinkenden Hintergrund mit dem gegenüberliegenden Uferbereich. Diese kontrastierende Beleuchtung auf dem Haubentaucher passt sehr gut zu den markanten und scharf gezeichneten Körperformen und Körperlinien dieses Tieres.

 

Haubentaucher im Dachauer Moos

Ein paar Haubentaucher kann man fast jedes Jahr als Überwinterungsgast beobachten, in den letzten Jahren wurde dies auch immer weniger. Einen Haubentaucher auf dem Weiher zu sehen, ist daher nichts Ungewöhnliches.

Dieses Jahr haben die Haubentaucher auf dem Vogelschutzweiher gebrütet. Das Nest war über lange Zeit auch von den Spaziergängern ganz einfach zu entdecken und zu beobachten. Als ich letzte Woche am Nest vorbeigeschaut hatte, waren beide Eltern und ein Küken aktiv, um das Nest auf große Erkundungsfahrten in die unbekannte Welt für das Küken vorzubereiten. Mit etwas Geduld kann man die Haubentaucher auf dem Weiher umherpaddeln. Sie zeigen kein ausgeprägt scheues Verhalten gegenüber Menschen und kommen schon auch mal sehr nahe.

Hier schwimmt das mit weiß-schwarzen Streifen auf dem Kopf, recht gut erkennbare Küken, kurz hinter dem Elternteil her.

 

Niedrige Fotoposition mit langer Brennweite von 800 mm

Für diese Fotoexpedition heute, in besonders niedriger Fotoposition über der Wasserlinie, nehme ich folgende Fotoausrüstung mit an den Weiher:

  • Digitalkamera mit Crop 1.3 (APS-H)
  • Objektiv 150 – 600mm
  • Gitzo Carbonstativ mit sehr flachem Kugelkopf
  • Campingmatte als Schutz gegen die spitzen Steine

Es ist nicht einfach, in solch niedriger Position zu fotografieren. Durch das Gefälle am Kiesufer sind die Beine höher als die Ellbogen und der Blick durch den Sucher ist alles andere als einfach. Auf jeden Fall verpasst man all die Momente in der Natur, in denen etwas außerhalb dieser einen Fotoposition passiert. Das Schwenken über die Wasseroberfläche ist innerhalb der gegebenen Grenzen möglich.

Am Ende ist das fotografische Ergebnis entscheidend. Die FotografIn fällt den Tieren auf dem See sicherlich weitaus weniger auf, und mit viel Glück schwimmen die Vögel auch einmal unverhofft auf meine Fotoposition zu. Dies gilt aber bei anderen Fotopositionen gleichermaßen. Dafür fällt das Fotografieren von Vögeln im Flug fast komplett aus: In dieser unpraktischen Liegeposition mit Kopf nach unten, findet man den fliegenden Vogel in der Luft nicht und kann ihn auch nicht im Sucher auf dem Fokusfeld behalten.

Diese für mich ungewohnte Fotoposition ist alles andere als bequem und ist auch nur über einen begrenzten Zeitraum auszuhalten. Die Ergebnisse in den Bildmotiven bestätigen hingegen diese weithin verbreitete und ebenso beliebte Fototechnik.

Als nächste Option probiere ich die Fototechnik mit einem Beanbag anstelle der hier gewählten Kombination aus Kugelkopf und Carbonstativ. Mal sehen, wie sich das in der Natur am Vogelschutzweiher anfühlt und welche Bildergebnisse dabei herauskommen.

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