Sonderausstellung Flugwerft Schleißheim: JUNKERS F 13 und die Anfänge des Luftverkehrs in Deutschland

Bis März 2020 zeigt das Deutsche Museum Flugwerft Schleißheim (FWS) eine neue Sonderausstellung über den Beginn der Verkehrsfliegerei in Deutschland.

„JUNKERS F 13 und die Anfänge des Luftverkehrs in Deutschland“

Der Werftverein e.V. und die Bayerischen Flugzeug Historiker e.V. zeigen anlässlich des Erstfluges der JUNKERS F 13 die Geschichte dieses einzigartigen Flugzeugs und die dazu analogen Anfänge der zivilen Luftfahrt in Deutschland.

Prof. Hugo Junkers und die JUNKERS F 13

Hugo Junkers, ein brillanter Ingenieur und herausragender Unternehmer hat mit seinen Produkten in Schleißheim bis heute die weithin sichtbaren Spuren hinterlassen.

November 1918 - Der Krieg ist zu Ende und der Waffenstillstand tritt am 11.11. in Kraft.

Am Tag danach bespricht sich Prof. Hugo Junkers mit seinem Chefkonstrukteur über die Zukunft der Luftfahrt in Deutschland. Es ist klar, dass die militärische Luftfahrt keine Zukunft verspricht – „lassen Sie uns das beste zivile Verkehrsflugzeug bauen“.

Die Infrastruktur in Deutschland ist kriegsbedingt aufgebaut, es gibt tausende von ausgebildeten und erfahrenen Piloten, die Leistungsfähigkeit der Flugzeuge ist in der Lage große Lasten über weite Entfernungen zu transportieren und moderne Flugplätze sind vorhanden.

Die Luftfahrt als Friedensindustrie aufzubauen war die große Vision des Prof. Hugo Junkers. Mit einer nationenübergreifenden Luftfahrt werden militärische Aggressionen unwahrscheinlich.

 

Für den Aufbau der Verkehrsfliegerei gibt es noch keine gesetzlichen Rahmenbedingungen

Prof. Hugo Junkers startete die Entwicklung des ersten Verkehrsflugzeugs, das auch noch komplett aus Metall gebaut wurde, ohne dass es dafür irgendwelche gesetzlichen Rahmenbedingungen gibt. Das was heute selbstverständlich ist, war damals noch absolutes Neuland. Internationaler Bis November 1918 war die Zulassung von ausländischen Flugzeugen über fremdem Territorium nicht üblich.

Trotzdem, oder gerade deswegen, ging der Pionier der Luftfahrt ans Werk und sechs Monate später stand das erste Muster der JUNKERS F 13 zum Erstflug bereit.

  • komplett aus Metall, zuerst aus Stahlblech, später aus DURAL Aluminium
  • Charakteristisch mit dem Wellblech
  • Sechssitzig, 2 Piloten und 4 Passagiere

Sonderausstellung in der FWS zeigt einen Nachbau des F 13 Cockpit

Ein modernes Flugzeug, die Piloten saßen noch im Freien – die JUNKERS F 13 war gebaut wie die besten Limousinen der Zeit und sollten einen vergleichbaren Komfort für die Passagiere bieten. Den Piloten war es zur damaligen Zeit wichtig, im Freien zu sitzen – das war bester Stand der Technik.

 

Schleißheim entwickelte sich als Wiege der Zivilluftfahrt über München hinaus

Die Deutsche Verkehrsflieger Schule (DVS) bildete in Schleißheim die zukünftigen Verkehrspiloten aus und die JUNKERS F 13 waren die bevorzugte Ausstattung der Flugverkehrslinien auch in Bayern.

70% der weltweiten Verkehrsflieger flogen auf JUNKERS F 13

Auch in München begann die Fliegerei für Passagiere wieder in Schleißheim. Der Verkehrsflughafen Oberwiesenfeld war noch nicht mit den technischen Gebäuden und Infrastruktur ausgestattet, so wurde Schleißheim zum Mutterhafen und technische Basis.

Die Flugzeuge (JUNKERS F 13) waren in Schleißheim beheimatet und wurden hier technisch gewartet. Anschließend flogen die Maschinen frühmorgens aufs Oberwiesenfeld und die Passagiere stiegen zu. Am Abend flogen die Flugzeuge wieder zurück nach Schleißheim und wurden hier technisch in betrieb gehalten.

Europa und die Welt schrumpfte zusammen

Gerade die JUNKERS F 13 verband die Metropolen in Europa in der Luft und Reisen von Metropole zu Metropole wurde eine Angelegenheit von Stunden und nicht mehr von Tagen.

Diese Geschichte und viele Informationen mehr zeigt die absolut sehenswerte Sonderausstellung des Werftvereins und der Bayerischen Flugzeug Historiker e.V. im Grade Saal in der Flugwerft Schleißheim noch bis März 2020.