Goldener Herbst im Dachauer Moos

Mitte Oktober ist der Gipfel des Goldenen Herbstes in Oberbayern und damit der fotografische Höhepunkt für Landschafts- und NaturfotografInnen gekommen. Da muss die FotografIn raus in die Landschaft und die Zeit zwischen den Tagen mit Wolken und Regen ausgiebig nutzen. Belohnt wird die FotografIn mit den herrlichsten Landschafts- und Naturfotos im Jahreskreis.

Was man jetzt nicht fotografiert ist für 12 Monate verschwunden.

Die Natur strengt sich noch ein letztes Mal nach Kräften an, um den bevorstehenden Abschied in den kalten, trüben und dunklen Winter in den allerbesten Erinnerungen zu behalten.

In den letzten Tagen war auch das Dachauer Moos bereit für den Goldenen Herbst mit tiefblauem Himmel, ausgeprägten weißen Wolken und dem goldigsten Gold in den Wiesen, den Sträuchern und den Moorbirken. Ein Farbspektakel von der schönsten Seite und ein so ganz anderes Gesicht der mir doch so vertrauten Landschaft.

 

Augen auf – die schönsten Fotomotive erwarten die FotografIn in den kleinen und den großen Fotomotiven

Die Landschaft ist überwältigend für die FotografIn, die goldene Farbe ist überall und legt einen starken Farbkontrast über die Wiesen und Wälder gegen den dunkelblauen Himmel, aufgelockert mit den zarten weißen Wolken und Wolkenschleiern.

Gerade jetzt, wenn die Motive nur so auf die FotografIn einströmen, soll der Blick auch für die vermeintlich kleinen Motive bereit sein.

Auf einem breiten Waldweg, im Halbdunkel des Moorbirken-Waldes wartet eine große Familie an Fliegenpilzen auf die FotografIn. Im Dachauer Moos sind die Fliegenpilze nicht gerade selten, aber immer eine positive Überraschung. In einer ganzen Pilzfamilie finde ich die leuchtenden Fliegenpilze dagegen nur sehr selten – eigentlich bisher noch gar nicht. Die vielen gleichartigen Fliegenpilze führen mich zu einer ganz anderen Art dieses Motiv zu fotografieren. Der schönste Fliegenpilz, der am besten im Licht steht wird zu meinem Protagonisten und darf sich in einer sehr schmalen Schärfentiefe gegen die Unschärfe einiger seiner Familienmitglieder präsentieren. Der Kontext des Fliegenpilzes kann wichtiger sein, als die Details seines Kappe oder des Stammes mit den Makro-Details.

 

Das Dachauer Moos hat wieder Wasser in den Moosflächen zurückgewonnen

Im Sommer waren die Wasserstände in den Moosbereichen durch die lange Trockenheit sehr tief gefallen und viele Tümpel und Wasserflächen ganz ausgetrocknet. Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass die Natur sich hier wieder sammeln kann und die Wasserflächen nach den regnerischen Tagen wieder aufstauen. Das ist dann auch eines der schönsten Fotomotive im Dachauer Moos. – das Dachauer Moos in Verbindung mit dem tiefbraunen Moor-Wasser in der Landschaft.

In einem zusammengesetzten Panorama gelingt eine herrliche Aufnahme mit dem Spiel des Lichtes in der golden gefärbten Landschaft. Mit Hilfe des Panorama musste ich nicht in das Wasser selbst – und trotzdem wurde ein sehr schön komponiertes Foto daraus.

 

Landschaft im Farbkontrast aus Gold und Blau

Die Landschaft empfängt die FotografIn mit dem herrlichsten Farbkontrast der beiden Komplementärfarben Gold und Blau – alles natürliche Farben der Jahreszeit. Fotografisch stehen die beiden Farben sich im Farbkreis genau gegenüber und bilden so den größt-möglichen Farbkontrast aus.

Eine ganz schlichte und abgemähte Weide, dahinter eine stattliche Ansammlung von hohen Moorbirken bilden den Vordergrund und den Mittelgrund im Foto. Abgeschlossen wird das Bild durch den herrlich strukturierten hohen Himmel im tiefen Blau – kontrastiert mit den hoch liegenden Eiswolken und Zirren in den schönsten Wolkenstrukturen.

Die Eiswolken zeigen der FotografIn an, da kommt eine neue Front hereingezogen und in 2-3 Tagen wird dieses schöne Herbstwetter erstmal eine Unterbrechung bekommen.

Also schnell-schnell, dieses herrliche Wetter und das passende Licht fotografisch umsetzen.

Mit einigen Moorbirken im Vordergrund – und schon wird die Komposition mit mehr Tiefe auch gleich viel interessanter.

Diese Fotos sind alle auf den zugänglichen Wegen in dem Moosbereich fotografiert. Das mag einige Fotomotive nicht ermöglichen, für die Natur und die Landschaft ist dies zum Schutze vor den Menschen (und auch den FotografInnen) unbedingt erforderlich.

 

Das Dachauer Moos hat auch Eindrücke eines kleinen Urwaldes

Stehendes Wasser zwischen den Moorbirken und dann durch den Bieber umgestürzte Bäume zeigen die Dynamik in diesem Naturraum. Alles geht langsamer vor sich und bildet immer neue Szenerien die so typisch für ein Niedermoor (=Moos) sind. Mit den Farben des Herbstes wirken diese Landschaftsteile noch um vielfaches interessanter – selbst im herbstlichen Gegenlicht wie hier im Foto.

Die Landschaft strahl auch eine sehr angenehme Ruhe auf den Betrachter aus. Die Betrachtung dieser herrlichen Landschaft führt auch zu einer inneren Ruhe – die Tiere in dieser Waldlichtung, in diesem Bach oder Tümpel in aller Ruhe zu beobachten ist an sich schon ein herrliches Erlebnis in der Natur. Mit der Beobachtung kommt das Verständnis und das Verhalten der unterschiedlichen Tiere und ermöglicht es, sich möglichst umweltschonend in diesem Naturraum zu verhalten und zu bewegen.

 

Herbst im Dachauer Moos

Zwei unscheinbare Moorbirken leiten den Blick der BetrachterIn von der Waagrechten hinaus in die goldenen Spitzen des Baumes und den starken Kontrast mit dem tiefen Blau des Herbsthimmels.

Es gibt noch unzählige Fotomotive an diesem Tag, in dieser Landschaft, zu dieser Jahreszeit. diese magischen Erinnerungen bleiben beim Fotografen im Gedächtnis haften – diese Sammlung von Natureindrücken, die wohl nur die FotografInnen in dieser Form erleben dürfen. Nicht jeder Herbst ist so farbenfroh als dieses Jahr.

Genießen wir den Moment und sind dankbar, dass die Natur uns dieses Geschenk (fast) jeden Herbst 
machen kann.

Ich lebe im Dachauer Moos und so sind es immer nur kurze Wege in die Landschaft zu den unzähligen ganz besonderen Fotopunkten in dieser Naturlandschaft. Zu allen Jahreszeiten, zu jedem Wetter kann man so diese Landschaft fotografisch erleben und fotografieren. Niemals sind es lange Wege in die Landschaft. Dies ist auch eine Bedeutung von Nachhaltigkeit.

Auch wenn anderswo die Wälder größer, die Bäche und Flüsse breiter, die Hügel höher sind,
es ist die Heimat und ermöglicht das Erleben und das Fotografieren zu vielen Zeitpunkten im Jahr.