Heidnischer Sonnwendbrauch in Oberschleißheim

Jedes Jahr wieder versammelt der Skiclub Oberschleißheim seine Mitglieder, Freunde und die Bürger Oberschleißheims rund um das Sonnwendfeuer Ende Juni 2015.

 

Brauchtum und Faszination für Jung und Alt

Alte Wetterregeln, Wettbewerbe und Zauber zum Johannestag

Im Jahreskreis gibt es ganz besondere Tage. Zur Zeit des kürzesten Tages sind es die Rauhnächte um Weihnachten bis zum Dreikönigstag. Die Nacht zum Johannestag galt als „Losnacht“. Die Überlieferung sagte, in diesen Nächten wird das Wetter für die kommenden Wochen bestimmt.

Eine bäuerliche Wetterregel besagte:

"Ist das Wetter am Johannistag gut, 
so ist für das weitere Jahr eine gute Ernte sowie gutes Wetter zu erwarten.
Entsprechendes galt für schlechtes Wetter am Johannistag."

Dem Sonnwendfeuer wurden besondere Kräfte zugeschrieben.

  • Das Licht des Sonnwendfeuers hatte besondere Kräfte, allein beim bloßen Hineinschauen schon eine gewisse Segens- und Heilwirkung entfachen und Glück bringen.
  • Der Rauch des Holzes soll die Tiere und die Menschen vor Unheil beschützen und sogar heilen.
  • Die Asche als besonders wertvoll, nach dem Sonnwendfeuer aufs Feld gebracht, wird die Ernte umso ertragreicher. In das eigene Haus, bringt Schutz vor allem Bösen.
  • Der Schein des Feuers soll Hagel verhindert haben.

 

Sonnwendfeste als Ereignis seit dem 15. und 16. Jahrhundert

In München wurde das Sonnwendfeuer mit dem ersten Verbot aus dem Jahr 1471 bekannt. Mit wenig Erfolg.
Die Beliebtheit des Sonnwendfestes blieb und verhalf dem Fest zu einer großen Beständigkeit. Die geistliche oder aufklärerisch gebildete Obrigkeit lehnte das Fest als Überbleibsel aus Heidnischen Bräuchen das ausgelassene Fest als Ganzes ab.

 

Videoimpressionen vom Sonnwendfeuer 2015 in Oberschleißheim

Immer wieder ein guter Grund zum feiern, zusammensitzen und gemeinsam sich schaurige Geschichten zu erzählen.

 

Literatur zum Sonnwendfeuer und Sonnwendbrauch

  • Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg 2007.
  • Hartinger, Walter: Religion und Brauch. Darmstadt 1992.
  • Kapfhammer, Günther: Brauchtum in den Alpenländern. München 1977.
  • Kumpfmüller, Judith/Steinbacher, Dorothea: Das Bayrische Brauchtumsjahr: Lebendige Folklore zwischen Frankenwald und Watzmann. München 2005.
  • Pötzl, Walter: Brauchtum. Von der Martinsgans zum Leonhardiritt, von der Wiege bis zur Bahre. Augsburg 1998.
  • Wolf, Helga Maria: Das Brauchbuch. Alte Bräuche, Neue Bräuche, Antibräuche. Freiburg 1992.