Der Dezember ist dieses Jahr nass, nebelig und ohne Schnee. Auch die Wasservögel im Dachauer Moos scheinen weniger zu sein als in vielen der vergangenen Jahre. Im Dezember gehe ich darum wieder zum fotografischen Nachschauen ins Dachauer Moos. Die Tage sind schon kurz, viel kürzer werden sie in den kommenden 14 Tagen auch kaum noch werden.

Am späten Nachmittag ist das Licht bereits warm und es legt sich goldfarben über den Landschaftsweiher an der Schinderkreppe im Dachauer Moos. Auf dem See schwimmt ganz alleine ein Haubentaucher – sonst ist der See (fast) leer.
Die westliche Seeseite liegt bereits im Schatten des Dezembertages und der Bäume am Ufer. Im Kontrast zu dem warmen und goldfarbenen Licht auf dem See, ist dort das Licht schon bläulich kalt, so ist der kleine Haubentaucher scheinbar das einzig lebendige in dieser winterlichen Szenerie, und fällt dadurch ganz besonders schnell ins Auge der BetrachterInnen.
Auf der nordöstlichen Seeseite sonnt sich ein Kormoran
Die Kormorane entdecke ich erst seit 1 bis 2 Jahren auf der Schinderkreppe. Das meist aus Zufall, als durch gezieltes Beobachten.

Der Kormoran sitzt regelmäßig auf diesem Ansitz-Ast, knapp über der Wasseroberfläche und trocknet dort sein Gefieder.
Die Kormorane sind klar zu erkennen und macht sie weitgehend unverwechselbar mit allen anderen Wasservögeln in unseren Breiten. Das dunkle und schwarze Gefieder lässt ihn im Uferbereich sehr gut getarnt erscheinen. Dazu kontrastiert sein gelb-farbener Schnabelansatz und der hakenförmige Schnabel. Kormorane tauchen nach Futter und Fische. Sein Gefieder ist nicht wie das anderer Wasservögel wasserabweisend und saugt sich beim Tauchen daher mit Wasser voll. Das scheint ihm Vorteile beim Tauchen zu geben. Daher sieht man ihn nach seinen Tauchgängen auf einem Ansitz-Art sitzend, sein dunkles Gefieder in der Sonne wieder trocknend.

Die Schwingen weit geöffnet, um das Gefieder wieder möglichst schnell trocken zu bekommen – das ist der Kormoran.
Dieser Anblick eines Kormorans ist im Dachauer Moos ungewöhnlich und wird meist mit exotischen Plätzen fernab von Oberbayern in Verbindung gebracht. Das bedeutet aber, als BeobachterIn oder FotografIn muss ich den Kormoran, der seine Flügel zum Trocknen aufspannt, kontinuierlich beobachten.
Es kann ein Signal sein, dass der Kormoran mit getrockneten Gefieder zum nächsten Flug aufbrechen wird.

Eine Sekunde nicht aufmerksam und schon hat sich der Kormoran in die Luft bewegt und kommt auf mich zugeflogen.
Der Kormoran kommt ganz leise auf mich zugeflogen. Gegen den ruhigen und strukturlosen Hintergrund ist es nicht weiter schwierig, den Vogel scharf ins Bild zu bekommen. Er dreht einige Kreise über dem See und steigt dann in die Höhe und fliegt über meinen Kopf hinweg.

Auf dem See schwimmt immer noch der Haubentaucher in aller Ruhe dahin
Auf dem See herrscht Ruhe, der Kormoran hat diese auch nicht gestört. So zieht der Haubentaucher immer noch ganz in Ruhe über den See und taucht selbst immer wieder hinab und holt sich seine Nahrung an die Oberfläche.
