Wochenlang nur eine trübe Suppe am Himmel und keine Gelegenheit, in der Natur Tiere zu beobachten und die Landschaft erleben zu können. Dann war für einen Tag wieder einmal Sonnenschein bestimmend am Tag. Ebenso wie ich, wollten auch verschiedene Tiere hinaus, um Nahrung zu suchen. Eine gute Gelegenheit, im Dachauer Moos wieder Beobachtungen in der Naturlandschaft zu erleben.
Der Silberreiher stolziert ganz herrlich im Sonnenlicht an diesem Wintertag über die schneefreie Wiese im Dachauer Moos.

An der Schinderkreppe bin ich mit dem Fotografieren fertig – da stolziert auf den Wiesen ein Silberreiher im schönen Winterlicht an diesem Januartag. Das Licht steht schön seitlich, genau richtig, um den Reiher im Bild schön profilieren zu können.
Tiere in der freien Natur werden formatfüllend nur mit der passenden Ausrüstung fotografiert
Die Tiere im Dachauer Moos kommen dem Menschen nicht allzu nahe. Ein kleiner Vogel bleibt auch in der Naturfotografie ein kleiner Vogel. Mit einem Smartphone geht da erst recht keine formatfüllende Abbildung des Tiers. Dazu haben sich die hochwertigen Kamerasysteme immer noch am besten bewährt, auch wenn das nicht immer ein Selbstläufer ist. Die Brennweite (= Vergrößerungsfähigkeit des Objektivs) ist immer zu gering. Die Verschlusszeit (= zum Schutz vor Bewegungs-Unschärfen) ist fast immer zu lang. Genaue Fokussierung auf das Tier und dort auf die Augen ist auch bei allen modernen Autofokussystemen immer noch spannend.

Dieser stolz in der Wiese stehende Silberreiher wurde mit einer Brennweite von 800 mm vom schweren und stabilen Dreibeistativ aus fotografiert. So erreicht man mit einer guten Portion Glück und ganz ruhigen Windbedingungen auch solche perfekt scharfe Fotos. Dieses endgültige Bild wurde für diese formatfüllende Gestalt des Silberreihers noch ganz ordentlich beschnitten. Damit das Bild dann auch noch ausreichend scharf erscheint, muss die Bildqualität vor dem Beschneiden (Crop) hinreichend gut sein. Das scheint bei diesem Bild absolut der Fall zu sein.
Nein – ich bin nicht mit einem f/2.8 oder f/4.0-Objektiv hier unterwegs
In Naturaufnahmen zeigen die fotografierten Tiere sich besonders schön, wenn der Kontrast in der Abbildungsschärfe zwischen dem Tier und dem Hintergrund besonders deutlich ist, sodass das Auge des Betrachters die Formen und Farben möglichst einfach und sicher unterscheiden kann. Eine der Standardtechniken in der Naturfotografie ist die Verwendung von langen Brennweiten mit einer großen Blende, um möglichst viel Licht in das Objektiv und auf den Sensor zu bringen. Diese Kombination aus langen Brennweiten mit großen Öffnungen führt zu großen, schweren und sehr teuren Objektiven.

In diesem Bild ist das herausstechende Merkmal der freie Hintergrund hinter dem Silbervogel. So ergibt sich auch bei kleineren Blendenöffnungen ein ausreichend unscharfer Hintergrund, um die gewünschte Separation zwischen dem Silberreiher und dem unspezifischen Hintergrund zu ermöglichen. Der Bereich der Wiese, unter den Beinen des Silberreihers, ist wunderbar scharf abgebildet. So auch der Silberreiher als Ganzes in seiner langsamen Bewegung über die Wiese. Dazu passt das Seitenlicht, welches den Vogel ganz herrlich von vorne beleuchtet.