Mit 26 PS auf langsamen Sohlen in die 80er Jahre unterwegs

Mit Covid-19 ist dies … und ist das … .

Für mich war endlich der zeitliche Raum einen langen Herzenswunsch wieder in Erfüllung gehen zu lassen. Das eigene Motorrad nach 14 Jahren wieder aus der Garage zu holen und herrliche Ausflüge in die oberbayerische Heimat zu unternehmen.

Eine HONDA CB 250 RS De-Luxe aus dem Jahr 1984

Mein erstes Motorrad, mit 18 Jahren gekauft. Hat es mir doch als Schüler schon die Mobilität ermöglicht. Als Wehrdienstleistender war Geld auch nicht reichlich gesät. Im Studium war weder die Zeit noch das Geld um sich mehr zu leisten und mit dem Berufseinstieg waren auch andere Sachen erstmal wichtiger.

"Und so blieb die kleine blaue 250er mein 
erstes und einziges Motorrad ..."

Nicht schnell – dafür handlich und leicht

Schnell war die 250er nie – wie denn auch mit 26 PS. Aber immer schnell genug um gemütlich mit dem parallel aufwachsendem Hobby der Fotografie in Oberbayern vieles Erkunden zu können. Damit das ideale Freizeitgerät, ohne den wirklichen Wunsch nach mehr. Das kleine Motorrad mit einem Zylinder schüttelt sich und vibriert das es eine wahre Freude war und auch wieder ist. Wenn der Anlasser es nicht schafft – egal – die 125 kg Trockengewicht lassen sich immer einfach anschieben.

Mit 60 km/h bin ich zwar ein fahrendes Verkehrshindernis – ich suche mir aber extra die kleinen und verwinkelten Straßen dazu aus. Ich muss nicht mehr schneller fahren – auch wenn ich könnt‘.

Links und rechts mähen die Bauern das frische saftige Gras auf den Wiesen. Ganz unmittelbar strömt der Duft der Landschaft unter den Helm und vermittelt das Gefühl – da bin ich daheim. Hinter der nächsten Kurve liegt ein Bauernhof – ja auch der Geruch des frischen Ausmistens kommt unmittelbar zum Fahrer. Und das ist gut so.

 

Die Wiederbelebung ist gelungen – und das einfacher als gedacht

14 Jahre stand das Motorrad in der trockenen Garage – mal sehen was alles kaputt ist. Dank der Corona-bedingten Verlangsamung des Tagesablaufes habe ich ja Zeit und suche eine nächste Aufgabe.

"Wann, wenn nicht jetzt!"

Ein bisschen polieren muss sein. Der reichlich verbaute Chrom braucht noch etwas Pflege und dann entfernt sich die kleine 250er immer weiter von einem Rosthaufen – hin zu einem bezaubernden kleinen Motorrad.

Eine Inspektion ist fällig – also die Teile Corona-bedingt im Internet bestellt. Motoröl, Dichtung, Zündkerze, Zündkerzenstecker, Luftfilter, Batterie und Bremsflüssigkeit. Dazu frische Luft in die Reifen und ab in die erste Runde der Wiederbelebung. Beim vierten Versuch zum Anschieben läuft der Motor schon seine erste Takte ganz alleine, den Choke noch etwas anders einstellen und mit dem fünften Versuch läuft die CB 250 RS.

"Freude!"

Das hätte ich nicht gedacht – alles geht und macht Freude wie vor 36 Jahren.

 

36 Jahre alt und 14 Jahre nicht bewegt worden …

… dann machen wir auch wieder alles amtlich. Einen Online-Termin beim TÜV am kommenden Tag bringt die erste Fahrt mit der 250er nach 14 Jahren.

"… und ich bekomme den TÜV-Stempel ohne einen Befund.
Alles I.O.. Nicht einmal ein Lämpchen mussten getauscht werden …"

Dem TÜV-Ingenieur hat wohl der kleine Oldtimer auch viel Spaß bereitet, er unterhält sich noch gerne mit mir und schildert mir seinen Fahreindruck …

"leise, ohne Nebengeräusche. 
Der Motor hält sicher nochmal die selbe Laufzeit. 
Der 250er aus der XL250S ist nahezu unverwüstlich …"

 

Die erste größere Ausfahrt nach der Corona Lockerung im Mai führt mich nach …

… Raisting in Obernbayern, südlich des Ammersees.

Letztes Jahr waren wir hier für das ganz tolle Fotoprojekt (wir berichteten darüber)

"40 Jahre Corvette in Bayern,
50 Jahre Mondlandung."

Im Februar 2020 dann die Schreckensmeldung. Der Sturm über Oberbayern hat die Traglufthülle vom RADOM weggerissen und das RADOM schwer beschädigt. Daher geht die erste Ausfahrt bei herrlichstem Frühlingswetter auch hier nach Raisting in den Süden des Ammersees – da muss ich mir doch ansehen.

Eine wunderschöne Ausfahrt mit den Stationen

  • Raisting am Ammersee
  • Aumühle in Fürstenfeldbruck
  • Schloß Dachau

geht zu Ende – da kommen wir sehr gerne wieder.

 

Ganz puristisch – wie 1984 unterwegs

Im Jahr 1984 hatte ich noch keine Spiegelreflex Kamera – also geht diesmal auch keine DSLR mit auf die Tour. Für die Webseite war nur das Smartphone mit dabei. Andere Fotografen sagen ja immer, dass man damit die besseren Bilder machen kann. Urteilen Sie als Leser des Beitrages doch selbst und geben Sie mir ein Feedback – ob die Bilder von der kleinen 250er in Ordnung sind – ich freue mich darauf.