FOTO-Ausstellung im Rathaus Erdweg: Ein Blick in die Ausstellung von Paul Eschbach

Vom 9.2. bis 8.5.2026 stellte der Dachauer Natur- und Landschaftsfotograf Paul Eschbach im Rathaus Erdweg seine großformatigen Bilder vom Dachauer Moos für die BesucherInnen und BürgerInnen aus.

»Wo ist das Dachauer Moos heute noch zu finden?«

Zum Abschluss der sehr gelungenen und von vielen BesucherInnen bewunderten Fotoausstellung, wollen wir in diesem Beitrag, einen Blick auf die Ausstellung werfen.

Diese FOTO-Ausstellung über das Dachauer Moos war die erste Kunstaustellung überhaupt mit Fotografien im Rahmen der Aktion »Kunst im Rathaus«. Diese Aktion wird organisiert vom Kulturverein Erdweg e. V. mit der ersten Vorständin Gesa Blaas.

 

»Kommen Sie mit mir mit auf den Rundgang durch das Rathaus Erdweg«

Hinweise:

  • Die Bilderrahmen haben alle eine identisches Format – ausnahmslos.
  • Die Platzverhältnisse im Treppenhaus sind naturgemäß etwas beengt, daher sind diese Fotos alle mit einem Superweitwinkelobjektiv mit 15mm Brennweite fotografiert.
  • Um die Spiegelungen und sehr unterschiedlichen Lichtverhältnisse in den Fotos zu beherrschen, sind diese Fotos als HDR (High Dynamik Range) Fotos aus unterschiedlichen Belichtungen zusammengesetzt worden.

 

Der Ausstellungsraum im Rathaus Erdweg: Das Treppenhaus

Ist denn ein Treppenhaus überhaupt ein Raum im eigentlichen Sinne?

Ja, ein Treppenhaus in einem öffentlichen Gebäude ist sogar ein ganz besonderer architektonischer Raum, der weit über seine primäre Erschließungsfunktion hinausgeht. Betritt man als BesucherIn ein öffentliches Gebäude, so ist das Treppenhaus eine Visitenkarte des Gebäudes, die hängen bleiben wird.

Das Treppenhaus dient als vertikale Verbindung zwischen Geschossen und erschließt für die Mitarbeitenden und die Besuchenden die unterschiedlichen Räume mit ihren Mitarbeitenden und den jeweiligen Funktionen. Das ästhetische Gefühl eines Gebäudes wird mit dem Treppenhaus um so viel eindringlicher beeinflusst, als dies ein schlichter Raum mit vier Wänden, Decke und Boden jemals könnte.

Ich dachte: Gut – diesmal ein Treppenhaus!


Mit der ersten Besichtigung des Treppenhauses war ich über diesen vorgefundenen Raum überaus glücklich. Großzügig gebaut, mit weißen Wänden und einer sichtbaren Putzstruktur, windet sich das Treppenhaus mit der typischen polygonalen Grundrissstruktur um den zentral angeordneten Aufzugsschacht. Alles logisch, schafft Ordnung und Struktur.

Wie werden sich die großformatigen Fotografien in diesem Raum machen 
und auf die BetrachterInnen wirken?

Zusammen mit Frau Gesa Blaas vom Kulturverein Erdweg e. V. gehen wir vom Eingangsbereich Stockwerk um Stockwerk nach oben und diskutieren, ob an dieser oder an jener Stelle ein weiteres meiner großen Fotos im Rahmen passen wird. Dabei lassen wir die Bezüge zwischen den einzelnen Bildern, die in Blickverbindung stehen, auf uns wirken. Am Ende haben wir eine perfekte Anzahl an Fotos festgelegt – es wird eine ganz großartige FOTO-Ausstellung werden.

Der Kulturverein Erdweg hat hier ganze Arbeit geleistet. An den Wänden sind bereits stabile Haken und Dübel vorhanden, sodass das Anbringen der Bilder hier so einfach und elegant ist, wie es noch bei keiner anderen FOTO-Ausstellung von Paul Eschbach der Fall war.

 

Das große Format der Fotografien von Paul Eschbach

Mit der allerersten FOTO-Ausstellung im Jahr 2014 in der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums in Oberschleißheim haben wir aus verschiedenen Gründen das Bildformat auf 1000 × 700 mm festgelegt. Die Bilder werden mit kräftig-blauen Passepartout-Kartons im Rahmen gefasst und kommen in der Präsentation dadurch noch viel besser zur Wirkung. Die Farbe nannte der Hersteller:

»Capri-Blau II«.

Die Farbe ist bei allen Bildern gleich und soll den Kontrast im Moos zu den anderen Elementen zeigen und farblich zum ästhetischen Ausdruck bringen:

  • Element Wasser
  • Element Himmel.

Zur Erstbesichtigung habe ich auch einen Bilderrahmen mitgebracht, damit sich Frau Blaas auch einen eigenen Eindruck davon machen kann. Liegt der Bilderrahmen vor uns auf dem Tisch, wirkt er überdimensioniert und kaum beherrschbar. Dieser erste Eindruck ändert sich aber augenblicklich, wenn dieser Bilderrahmen erstmals an der Ausstellungswand im Treppenhaus zum Hängen kommt. Dann herrscht ein ganz anderer Eindruck bei den Betrachtenden vor.

Das Treppenhaus im Rathaus Erdweg wirkt, als wären die Dimensionen beim Bau aufeinander abgestimmt worden, einfach perfekt und ausgewogen.

  • Die Bilderrahmen im Format kleiner und die Wirkung im Raum geht unter und findet kaum noch Beachtung. Der Seheindruck nähert sich mit jeder Formatreduzierung dem Seherlebnis auf dem Monitor eines Smartphones an: Winzig!
  • Die Bilderrahmen im Format größer und die Wirkung im Raum wirkt viel zu dominant und erschlägt den Zusammenhang zwischen dem Raum und der FOTO-Ausstellung: perfekt!

Die einheitlichen Metallrahmen in Chromausführung tun ein Übriges dazu, den herrlichen Kontrast mit den blauen Passepartouts in der ästhetischen Wirkung im Kontrast zu der einheitlichen weißen Farbe der Wände noch zu verstärken.

 

Die erzählte Geschichte in der Foto-Ausstellung

Der ausstellende Künstler verbindet in der Regel immer eine Aussage oder Botschaft mit der jeweiligen Ausstellung. Der Titel der Ausstellung lautet:

»Wo ist das Dachauer Moos heute noch zu finden?«

 

Die Niedermoor- und Hochmoor-Landschaften sind äußerst wertvolle Biotope in Bayern und allen Teilen der Welt.

  • In Bayern gelten etwa 95 % der Moore als bereits zerstört oder zumindest stark geschädigt, was primär auf die seit 1812 getätigte Entwässerung für den Torfabbau und die nachfolgende land- und forstwirtschaftliche Nutzung zurückzuführen ist.
  • Die Niedermoore sind eine wichtige Komponente im CO₂‑Haushalt in Deutschland und Europa. Im Niedermoor wurden über 12.000 Jahre pflanzliche Substrate unter Wasser mit Sauerstoffabschluss vor der biologischen Zersetzung gehindert und damit die schädlichen Klimagase an der Entstehung/Freisetzung gehindert. Durch die Trockenlegung beginnen diese biologischen Prozesse und tragen in Bayern mit 8 % zu den klimaschädlichen Treibhausgasen mit bei. Diese Vorgänge können gestoppt werden, umkehrbar sind sie nicht.
  • Die artenreichen Niedermoor-Landschaften sind wichtig für die Artenvielfalt für viele Tiere und Pflanzen, die nur dort einen Lebensraum gefunden haben.
  • Das Niedermoor ist in der Lage, ungeheuere Mengen an Wasser bei Starkregenereignissen zu speichern und anschließend wieder langsam an die Umgebung abzugeben. Sowohl Starkregenereignisse als auch Trockenperioden sind inzwischen alltägliche Umweltphänomene in unseren Landschaften.

Die FOTO-Ausstellung möchte mit den Bildeindrücken der Schönheiten dieser Landschaftsräume vor unserer Haustür eine Botschaft für den Schutz und die Notwendigkeit zu deren Erhaltung senden.

 

Alle Fotos im Portfolio-Überblick:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.