Hochsommer im Dachauer Moos in der Welt mit den großen Abbildungsmaßstäben

Der Sommer im Moos geht nun langsam, aber sicher, in den Hochsommer im Juli über. Auf den Feldern in der Landwirtschaft steht das Korn schon hoch und die Bauern werden in den nächsten  Wochen mit der Ernte beginnen. Das Bild der Landschaft wird sich dann wieder sehr stark verändern. In den Naturflächen und Biotopen kommen inzwischen die Schmetterlinge und Libellen mit einiger Verspätung gegenüber den letzten Jahren – aber sie kommen, und verändern auch im Kleinen das Bild der Landschaften.

So widme ich mich bei diesem Fotoausflug im Dachauer Moos mit meiner Naturfotografie den Insekten in den Makro-Details:

Schmetterlinge und Libellen

In der Makrofotografie-Draussen wird für den fotografischen Erfolg die neueste Digitalkamera vollkommen unbedeutend. In den Abbildungsgrößen größer als 1:2 (halbe natürliche Größe) kommt die Fototechnik gleich welcher Technologie eh an die Grenzbereiche der Automatiken, die neuesten Features spielen jedoch fast keine Rolle mehr.

Am wichtigsten wird indessen das Auge des Naturbeobachtenden, um die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu entdecken und aus der Beobachtung die Grundlagen für den Bildaufbau zu finden. Alles andere wird sehr schnell ablaufen. Manchmal bleibt der/dem FotografIn eine ganze Bilderreihe mit leicht unterschiedlichen Einstellungen in Belichtung und Autofokus – wenn man Glück hat. In vielen Fotomotiven bleibt einem oft nur ein einziges Bild, und dann fliegt das Insekt auf und das Bildmotiv ist somit ein Teil der Vergangenheit.

Eine Blaue Federlibelle an einem Sommerabend im Dachauer Moos.

Ich vergaß, die FotografIn benötigt nun ganz andere Techniken in ihrer Fototasche:

Etwas Glück und eine jede Menge an Geduld und Ausdauer!

Kommen Sie doch mit mir mit, an diesem Sommerabend bei meinem fotografischen Ausflug in die kleine Welt der Makrofotografie mit den bezaubernden Bildmotiven der Insekten in der  Niedermoor-Landschaft.

Die zarte Federlibelle sitzt im Halbschatten auf einem Grashalm und möchte wohl etwas der Hitze des Tages entgehen. Mit den Flügeln schlagend – ohne aufzufliegen – möchte das kleine Insekt wohl etwas Luftbewegung für sich erzeugen. Für mich liefert sie mit einer längeren Verschlusszeit eine sehr schöne Bewegung in diesem Stillleben im Halbschatten auf dieser Magerrasen-Wiese. Solche besonderen Bildmotive gilt es durch Geduld, Ausdauer, Glück und eine Vertrautheit mit dem Insekt und dem Biotop zu entdecken. Dann gilt es, das Insekt nicht unnötig aufzuschrecken und so in dem für es angenehmen Umfeld ausharren zu lassen.

 

Ein isoliertes Paar Augen eines Insekts als Bildmotiv

Wieder eine Blaue Federlibelle, vielleicht ist es auch die gleiche wie auf dem Bild oben. Die Blaue Federlibelle sieht mich wohl ganz klar mit ihren weit abstehenden Komplex- oder Facettenaugen. Diese bestehen auf jeder Seite aus bis zu 30.000 einzelnen Augensegmenten, welche jeweils einen eigenen Sehwinkel erfassen und so auch sehr schnelle Insekten in ihrer Bewegung erfassen und erbeuten können.

Die Blaue Federlibelle ist in Deutschland die einzige Vertreterin dieser Gattung an Kleinlibellen.

Die Anordnung der weit abstehenden Augenpaare, die sich in der Körpermitte nicht berühren, ist bei der Blauen Federlibelle einzigartig unter den in Deutschland vorkommenden Libellenarten. Mit diesem System verfügt die Blaue Federlibelle wahrscheinlich über den besten Sehsinn unter den Insekten und erfasst damit die Bilder der Umwelt als volle Kugelsphäre, ohne die Augen bewegen zu müssen, mit 300 Bildern pro Sekunde. Unsere Menschliche Bewegung erscheint dem Insekt in 5-facher Zeitlupe.

Diese Kleinlibelle besiedelt ganz verschiedene Lebensräume, darunter auch Flächen im Dachauer Moos, Niedermoor-Landschaften, Magerrasen-Wiesen, Heideflächen, Altwässer, Auflächen und viele andere Biotop-Typen.

Die doppelten Längsstriche auf dem Rücken sind neben anderen gattungsspezifischen Merkmalen einige der sicheren Bestimmungszeichen der Blauen Federlibelle. Auf dem Bild oben erkennt man diese Doppelstriche sehr deutlich. Diese Kleinlibelle besiedelt ganz verschiedene Lebensräume, darunter auch Flächen im Dachauer Moos, Niedermoor-Landschaften, Magerrasen-Wiesen, Heideflächen, Altwässer, Auflächen und viele andere Biotop-Typen.

 

Eine Blaue Federlibelle scharf im Bildmotiv einfangen?

Zu dem Männchen der Blauen Federlibelle oben passt das Weibchen sehr gut. Dieses ist im Gegensatz zum hellblauen Männchen weitgehend farblos.

Bei den Fotos der Blauen Federlibelle ist die besondere Herausforderung, das Insekt in der richtigen Schärfenebene zu fotografieren. Stellt die FotografIn den eh schon sehr schmalen Schärfebereich durch den Autofokus auf den exakt rechtwinklig im Bildmotiv sitzenden Libellenkörper, bleiben beide Facettenaugen in der Unschärfe. Hier gilt es für die FotografIn einen passenden Kompromiss einzugehen. Dazu ein paar Zahlen, Daten und Fakten:

  • Dieses Foto ist im Abbildungsmaßstab von 1:1,6, an einer Crop-Camera (Crop 1,6) an einem 180mm Makro Objektiv bei Blende 8 fotografiert.
  • Die Breite des Kopfes beträgt etwa 4 mm.
  • Die Schärfentiefe in diese Aufnahmesituation umfasst einen Bereich von 2,5 mm (vor und hinter der Schärfenebene)

Die optimale Lage der Schärfe ist mehr ein Versuch und Irrtum, was sieht auf dem finalen Bildmotiv am besten aus.

 

Das große Ochsenauge auf eine Magerrasen-Wiese in der Niedermoor-Landschaft

In der Moos-Landschaft kommt ein heimischer Schmetterling besonders häufig vor. Das Große Ochsenauge ist als eher unauffällig zu bezeichnen. Daraus lässt sich nur eingeschränkt ein schönes Bildmotiv gestalten, um die BetrachterInnen auch entsprechend anzusprechen.

Das Große Ochsenauge sitzt im späten Abendlicht im Hochsommer auf einer Skabiose.

Der Schmetterling, das Große Ochsenauge ist ein äußerst anpassungsfähiger Edelfalter und ist besonders durch das auffällige „Pfauenauge“ für die Feindabwehr auf den Flügeln. Daher kommt auch die Bezeichnung in der deutschen Sprache, das Große Ochsenauge. Die augenscheinlichen Augenimmitate lenken die Feinde ab, die den Falter darauf attakieren und lassen den Schmetterling nur mit geringen Blessuren zurück.

Ein Großes Ochsenauge auf der Skabiose zeigt einen schönen Schärfekontrast zwischen Vorne und Hinten mit einer sehr schmalen Schärfentiefe. So ergeben sich besondere Bestandteile in diesem Bildmotiv und zeigt die Schönheiten der Natur in den kleinsten Details.

Mit Geduld uns Ausdauer ergibt sich zwischen den Gräsern eine herrliche Lichtstimmung mit viel Licht im Motivbereich auf einer Skabiose. Mit dem vielen Licht im Motiv, ergibt dieses Makro-Motiv einen großen Abbildungsmaßsteib mit  vielen Motivdetails im strukturierten Streiflicht.

Ein Großes Ochsenauge sitzt auf einer Skabiose und wird von kontrastierendem Licht im Motivraum umgarnt.

 

Wer schaut denn da hinter dem kleinen Klappertopf hervor?

Ein unscheinbarer Grashüpfer versteckt sich immer hinter dem kleinen Klappertopf, grad so viel, dass ich ihn sehen kann (und er vermutlich mich). Aber eben niemals den ganzen Körper. Das späte Abendlicht ergibt sehr schöne Hell-/Dunkel-Kontraste, so bleibt doch auch noch einiges im Verborgenen. Das darf und soll auch so sein. Nach ein paar wenigen Bildmotiven habe ich mein Bild des Abends gemacht, und lasse den kleinen Freund unbehelligt seinen Abend genießen. Ich ziehe von dannen.

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