Im Dachauer Moos ist der Sommer angekommen und die Naturlandschaft verändert sich (endlich!). Ich meine nicht die Farben in der Natur, ich meine die vielen tausend kleinen BewohnerInnen in der Niedermoor-Landschaft, die sich endlich dem naturbegeisterten Wandernden, Entdeckenden, oder Fotografierenden zeigen.
Schmetterlinge – Libellen – Grashüpfer
Die Zeit im Juni und Juli sind die Höhepunkte der Sichtungen dieser kleinen BewohnerInnen im Niedermoor. Der Juni war weitgehend noch leer an Schmetterlingen und Libellen, aber jetzt zum Monatswechsel, um die Sonnenwende herum, zirpt, flattert und fliegt es wieder erfreulich auf den Heide-Landschaften und Moos-Landschaften. Grund genug, als Fotograf auch gerade jetzt mit dem Makroobjektiv auf die Fotopirsch nach diesen kleinen, aber umso feineren Insekten aller Arten zu gehen.

Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) im späten Abendlicht im Dachauer Moos
Im Titelbild ist eine Heuschrecke im späten Abendlicht im Dachauer Moos zu sehen. Es handelt sich um eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken (Acrididae). Die Bestimmung der Heuschrecken ist nicht ganz einfach, wahrscheinlich handelt es sich um eine Gemeinen Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus).

Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) im späten Abendlicht im Dachauer Moos
Im späten Abendlicht erscheint die sommerliche Naturlandschaft im warmen und kontrastreichen Licht und erzeugt damit im Bild:
- Spannung,
- Abwechslung und
- vielfältige Bildmotive.
Genau das, was ich als Naturfotograf auch suche. An diesem Abend bin ich ganz gezielt auf Makromotive in dieser speziellen Lichtsituation aus. Ich habe deshalb auch nur ein Objektiv mit dabei – ein 180-mm-Makroobjektiv mit Abbildungsmaßstab 1:1.

Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) im späten Abendlicht im Dachauer Moos
Biotop an der Würm im Dachauer Moos
Über viele Jahre hinweg, habe ich ein kleines Biotop unweit der Würm für mich fotografisch entdeckt. Es ist keines der großen und bekannten Landschaftsschutz– und Naturschutzflächen, doch umso feiner ist die Vielfalt an Bildmotiven über das ganze Jahr hinweg. Auf meinem | Neuigkeiten haben Sie als aufmerksame LeserIn schon viele Beiträge gesehen und gelesen – die meisten über Makrofotografie.

Von zu Hause aus, sind es nur wenige Minuten mit dem MTB, oder ein paar Minuten mehr, und ich bin zu Fuß in meinem Lieblingsbiotop. Das ist ein so großer Vorteil, im Jahreskreis auch immer wieder, und vor allem, zu unterschiedlichen Tageszeiten und mit Lichtstimmung vor Ort zu sein. Die Vielfalt an Bildmotiven ist die Gegenleistung aus der Natur für den, der sich auch intensiver dafür interessiert.

Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) im späten Abendlicht im Dachauer Moos
So darf es die FotografInnen auch nicht weiter betrüben, wenn bei so manchen Besuchen, auch gar kein Foto sich ergeben will.
Einfach immer dran bleiben!
Ein Gemeiner Grashüpfer im Dachauer Moos
Klingt nicht wirklich spannend und aufregend. Andere FotografInnen zeigen beim Zusammentreffen die aufregendsten Naturfotos aus Spanien, Serbien, Italien, Kanada und weiß der Gott woher! Dagegen ist so ein Allerwelts-Grashüpfer doch wirklich nicht spannend.
Das stimmt!

Merkmale eines Gemeinen Grashüpfers
Der hier gezeigte Gemeine Grashüpfer ist eine der häufigsten Heuschreckenarten in Mitteleuropa und bewohnt fast alle offenen, sonnigen Grasflächen. Der Grashüpfer ist eine der wenigen Arten, die auch nachts singen; sein Gesang besteht aus kurzen, kratzenden Tönen.

Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) im späten Abendlicht im Dachauer Moos
Das kleine Biotop ist eine offene, heideartige Landschaft auf der Münchener Schotterebene und ist wenig beschattet. Eine sichere Bestimmung von Feldheuschrecken kann aufgrund ihrer variablen Färbung schwierig sein. Die Bestimmung der Tiere ist für mich als Fotograf nicht so wichtig. Ich erfreue mich des fotografischen Bildes der Tiere in ihrem Lebensraum in der Naturlandschaft vor meiner Haustüre.
Eine Gemeine Winterlibelle mit ganz besonderer Strategie
Zwischen all den Grashüpfern fällt mir auch noch eine wunderschöne Libelle ins Auge und später ins Objektiv. Eine Gemeine Winterlibelle besticht im kontrastreichen Gegenlicht an diesem Sommerabend durch ihre halbtransparenten Körperteile.

Die Gemeine Winterlibelle ist eine Art von nur ganz wenigen Libellen, die den Winter als ganzes adultes Insekt überbrücken und nicht als Generationswechsel im Wasser über das Larvenstadium. Damit ist diese Winterlibelle im Frühjahr mit eine der ersten Libellen in der Naturlandschaft, ohne viel Konkurrenz.

