Die Gemeinde Oberschleißheim im Barockfieber: Oberschleißheim entdeckt seinen „Blauen König“ wieder neu zum 300. Todesjahr

Reproduzierte Originalunterschrift von Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.

Wenn wir heute durch die Gemeinde Oberschleißheim im Norden von München spazieren, ist die Geschichte des Ortes und auch die Geschichte von Bayern allgegenwärtig. Das majestätische Neue Schloss Schleißheim, die weitläufige Parkanlage – all das verdanken wir der kühnen Vision eines Mannes: Kurfürsten im HRR, kühnen Feldherrn, ehrgeizigen Regenten, visionären Bauherrn, und weitgereisten Kunstliebhabers in der Epoche des Hochbarocks:

 

Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.

 

Im Jahr 2026/2027 blicken wir auf das 300. Todesjahr des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern (* 11. Juli 1662 in München; † 26. Februar 1726 ebenda) aus dem Hause Wittelsbach zurück.

Ein reines Pflichtprogramm für Historiker?
Ganz im Gegenteil,

Dieses Gedenk- und Festjahr ist für Oberschleißheim die Chance, die eigene Identität und die Geheimnisse hinter den Schlossmauern völlig neu und lebendig zu entdecken.

 

Die Schlossanlage Schleißheim zählt zu den größten und bedeutendsten Schlössern der Wittelsbacher in Bayern. Die Anlage besteht aus dem Neuen Schloss Schleißheim, dem Alten Schloss Schleißheim und dem Schloss Lustheim.

 

Die Idee: Geschichte, die man sehen und spüren kann

Wir wollen keine verstaubten Jahreszahlen herunterbeten. Die Motivation hinter dieser großen Veranstaltungsreihe ist es, die Brücke aus der glanzvollen Barockzeit, in einer Zeitepoche, in welcher Bayern an der Schwelle zu einer europäischen Großmacht stand, direkt in unser heutiges Oberschleißheim zu schlagen.

  • Warum sieht unser Ort Oberschleißheim heute so aus, wie er aussieht?
  • Wer war dieser Mann, der als „Blauer König“ Europa in Atem hielt und Schleißheim zu seinem persönlichen Versailles machen wollte?

 

Das Besondere: Der Oberschleißheimer Historiker ist im Schloss Lustheim selbst aufgewachsen

Buchautor, Historiker und Experimentalarchäologe Dr. Marcus Junkelmann

Der weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus bekannte Buchautor, Historiker und Experimentalarchäologe Dr. Marcus Silvester Junkelmann führt durch die Festveranstaltung. Er wird für das Publikum das Leben und Wirken dieses siegreichen Türkenbezwingers und kunstsinnigen Herrschers und Bauherrn lebendig werden. In München wird Max Emanuel insbesondere mit den Schlössern Lustheim, Nymphenburg, Neues Schloss Schleißheim, Theatiner Kirche in Verbindung gebracht.

Dr. Junkelmann ist Jahrgang 1949, hat die ersten Jahre seines Lebens in Oberschleißheim im Schloss Lustheim gelebt und ist promovierter Historiker. Im besonderen Maße hat er sich einen international hervorragenden Ruf als Experimentalarchäologe erarbeitet, indem er historische Überlieferungen rekonstruiert und einem ausführlichen Praxistest unterzogen hat. Dem großen Publikum ist Dr. Junkelmann vor allem durch seine in vielen Ländern und Sprachen aufgelegten Buchveröffentlichungen bekannt geworden.

 

Erst wenn es auch praktisch erprobt worden war und bestanden hatte, 
kann es auch theoretisch so gewesen sein.

 

Die 64 Lebensjahre Max Emanuels waren von glänzenden Höhepunkten in der europäischen Geschichte gefüllt, erlebten aber ebenso auch die tiefsten Niederlagen in der Geschichte Bayerns.

Viel Glanz und Licht, 
aber ebenso viel Dunkelheit und Leid über der Bevölkerung Bayerns.

Die Gemeinde Oberschleißheim im Norden der Landeshauptstadt lädt die BesucherInnen auf eine Reise in die Zeitepoche des Barocks ein, voller Prunk, Visionen und dramatischer Wendepunkte.

Dr. Junkelmann ist bekannt durch seine über 40 eigenen Buchveröffentlichungen, sowie aus Funk und Fernsehen. Seine Spezialthemen in der Geschichte und die von ihm als Vorreiter der wissenschaftlichen Experimentalarchäologie sind:

 

Bayern und die bayerische Geschichte

Dr. Marcus Junkelmann ist von vielen Zeitepochen der bayerischen Geschichte besonders hingezogen. Meist sind es die Epochen mit besonders großen Umwälzungen und Veränderungen, die ihn faszinieren.

  • Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
  • Die Zeit des Kurfürsten Max II. Emanuel.
  • Die napoleonische Zeit, mit den Befreiungskriegen.

In den Jahren 2010 und 2018 hat Dr. Marcus Junkelmann mit sehr viel Aufwand die höfische Zeit des Barocks im Neuen Schloss Schleißheim in dem Churbayerischen Freudenfest mit höfischem Tanz und Musik, höfischen Aufführungen, Militär, und zeitgenössischem Essen. Der Höhepunkt waren die nächtlichen Gondelfahrten unter Fackelschein und großem Feuerwerk an der großen Kaskade am Mittelkanal.

 

Römische Geschichte und römisches Militär

Der junge Dr. Marcus Junkelmann (36 Jahre alt) plante im Jahr 1985 ein ganz besonderes Vorhaben, welches ihn später als Erfinder der wissenschaftlichen Experimentalarchäologie weltweit bekannt machte. Zum 2000. Zum Stadtjubiläum von Augsburg machte es sich mit seinen getreuen Legionären auf den Spuren des römischen Alpenfeldzugs unter Kaiser Augustus im Jahr 15 v. Chr. in originaler Ausrüstung auf den Weg. Von dem oberitalienischen Verona ging die Legionärsgruppe von 9 Legionären in 21 Tagen 540 km zu Fuß mit der original rekonstruierten Ausrüstung von etwa 30 kg pro Legionär. Der Alpenmarsch von 1985 gilt als ein Meilenstein und Gründungsmythos der modernen Living History und experimentellen Archäologie im deutschsprachigen Raum.

Dr. Junkelmann überprüfte mit acht Mitstreitern die überlieferte historische Ausrüstung römischer Legionäre aus der Zeit des Kaisers Augustus, um die Bedingungen des geschichtsträchtigen Alpenfeldzugs nach Raetien 15 v. Chr. in eigener Anschauung nachzuprüfen.

Sehr viele Buchveröffentlichungen von Dr. Marcus Junkelmann sind daraus entstanden.

Gladiatoren

Ein weiterer Glanzpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Marcus Junkelmann ist die Erforschung der Ausrüstung und der Kampfweisen der römischen Gladiatoren. Diese Erkenntnisse hat Junkelmann mit seiner Gladiatorentruppe in der Kampfweise Mann gegen Mann auf die Probe gestellt und so erst das historisch gesicherte Bild der Gladiatoren in der heutigen Zeit ausgefüllt und geprägt. Erst kürzlich hat Dr. Junkelmann anlässlich der Sonderausstellung Gladiatoren in der Archäologischen Staatssammlung die Gladiatorenkämpfe live vor einem begeisterten Publikum gezeigt.

Sehr viele Buchveröffentlichungen von Dr. Marcus Junkelmann sind daraus entstanden.

Dreißigjähriger Krieg 1618–1648

Die Epoche des Dreißigjährigen Krieges und die Zeit danach waren gerade in Bayern sehr vielfältig und bewegend. Dr. Junkelmann erforschte viele Aspekte dieser Zeitepoche und arbeitete viel mit den renommierten Museen zu diesen Themen zusammen. Eine Buchreihe über die Soldaten im Dreißigjährigen Krieg (Pikeniere, Musketiere, Kürassiere) entstand für das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt. Einige Aufnahmen dazu hat Paul Eschbach mit Dr. Marcus Junkelmann im Alten Schloss Schleißheim (siehe Bild) für das Buch fotografiert.
Sehr viele Buchveröffentlichungen von Dr. Marcus Junkelmann sind daraus entstanden.

 

Das Programm: Eine Trilogie des Erlebens

Die Veranstaltungsreihe ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt für den Ort und spannt einen Bogen vom feierlichen Auftakt bis hin zum eigenen Erleben vor Ort. Sie gliedert sich in drei große Teile:

Die festliche Eröffnungsveranstaltung (16.09.2026)

Den großen Startschuss zelebrieren wir im Bürgerzentrum Oberschleißheim. Dass dieses Gedenken einen hohen Stellenwert für die Gemeinde hat, zeigt die hochkarätige Unterstützung: Erster Bürgermeister Markus Böck hat persönlich die Schirmherrschaft übernommen. Gemeinsam mit dem Leiter der regionalen Schlösser- und Seenverwaltung wird dieser Abend ein würdiger, festlicher Auftakt, der zeigt, wie eng Rathaus, Schloss und Bürgerschaft hier verbunden sind.

 

Die Fachvorträge – Den Geheimnissen auf der Spur (bis Sommer 2027)

Nach dem großen Auftakt tauchen wir tiefer ein. In einer Reihe von thematischen Fachvorträgen beleuchtet Dr. Marcus Junkelmann bis in den Sommer 2027 hinein die verschiedenen Facetten von Max Emanuels Leben, seiner Politik, seiner Kunstbegeisterung und seinen Feldzügen. Es wird spannend, anschaulich und garantiert frei von akademischer Trockenheit.

 

Führungen und Exkursionen

Geschichte vor der Haustür

Vom Vortragssaal direkt an die Originalschauplätze! Im dritten Teil wechseln wir die Perspektive. Bei exklusiven Führungen durch die Schleißheimer Schlösser und Exkursionen zu historischen Stätten, die eng mit Max Emanuel verknüpft sind, wandeln wir direkt auf den Spuren des Kurfürsten.

 

Warum Sie das nicht verpassen sollten

Dieses Jubiläum ist von Oberschleißheimern für Oberschleißheimer (und alle Barock-Begeisterten). Es ist die Gelegenheit, die tägliche Kulisse unseres Heimatortes mit ganz neuen Augen zu sehen, beim Spaziergang durch den Schlosspark plötzlich die Visionen von vor 300 Jahren vor sich zu sehen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Seien Sie von Anfang an dabei, teilen Sie diesen Beitrag und lassen Sie uns gemeinsam das barocke Erbe Schleißheims zum Leben erwecken!

Alle Informationen, Termine und Updates finden Sie ab sofort unter den Veranstaltungshinweisen.

Dr. Marcus Junkelmann entführt uns am 23.11.2025 in die Welt der Gladiatur im Römischen Reich

Dr. Marcus Junkelmann Historiker, Experimentalarchäologe und Buchautor

In der Welt der Gladiatur – der Kampfweise der Gladiatoren im Römischen Reich um die Zeitenwende herum, gibt es inzwischen einige Hollywood-Kinofilme und TV-Produktionen. Wer der Gladiatur auf den Grund gehen will und sich weiter und tiefer in die Geschichte dieser Gladiator-Kultur hinein begibt, wird einen Namen immer wieder lesen: Dr. Marcus Junkelmann – Historiker Buchautor und Experimentalarchäologe.

Die überlieferte Geschichte war dem Experimentalarchäologen Dr. Junkelmann noch nie Grund genug, das auch alles so zu glauben. Erst wenn er die Geschichte studiert, alle verfügbaren Quellen gesichtet hat und es auch selbst rekonstruiert und ausprobiert hat, ist er der echten Geschichte auf den Fersen. Das schafft neues Wissen und Verständnis für eine ganze Zeitepoche, und vor allem bildet das eine weltweit geschätzte Expertise heraus.

 

Archäologische Staatssammlung in München bringt Dr. Junkelmann zu Ihnen

Dr. Junkelmann und sein ganzes Team lässt, für die Besucher dieses Exklusivvortrags die Welt der Gladiatur vor Ihren Augen auferstehen – in der Archäologischen Staatssammlung in München am Englischen Garten.


Seien Sie Teil einer römischen Pompa zu Beginn der Gladiator-Kämpfe

Sie erleben einen festlichen Einzug seiner in passenden Gewändern gekleideten und ausgerüsteten RömerInnen und Römer der Gladiator-Truppe in den Vortragssaal.

⇒ Gladiatoren in Wort und Bild vom Experten

Dr. Junkelmann stellt Ihnen die Gladiatur in Wort und Bild in vielen historisch gesicherten Details vor.

⇒ Erleben Sie die rekonstruierten Ausrüstungen der verschiedenen Gladiatoren

Dr. Junkelmann erläutert die Gladiatur und deren Hauptdarsteller.

⇒ Erleben Sie live Kämpfe zwischen verschiedenen Gladiator-Typen vor Ihren Augen in der Veranstaltung

Dr. Junkelmann führt Sie durch die Kämpfe Gladiator gegen Gladiator.

Erleben Sie die Atmosphäre in der Arena mit zeitgenössischer Musikbegleitung

Eine römische Wasserorgel und eine römische Cornu bringt die Stimmung zu Ihnen.


Eindrucksvoller und näher ist kaum noch möglich. So präsentiert Dr. Junkelmann seine geschichtlichen Themen einem begeisterten Publikum – die Unterscheidung zwischen der Präsentation und der Rekonstruktion verschwimmen für die Zuschauer immer weiter.

In der Veranstaltung in der Archäologischen Staatssammlung werden etwa 25 zeitgenössische DarstellerInnen vor Ort sein, um Ihnen die Zeit zwischen 264 v. Chr, und fünftes Jahrhundert n. Chr. lebendig werden zu lassen.

Lassen Sie sich begeistern!

Begriffe aus der Gladiatur für Ihren Überblick

Der Name Essedarius scheint sich von dem keltischen Streitwagen Essedum herzuleiten, doch ist ein solcher nie abgebildet oder erwähnt. Tatsächlich handelt es sich um zwei gleichartige, mittelschwer bewaffnete Kämpfern, mit einem ovalen Schild, einem eiförmigen Visierhelm. Die mit Lanzen und Schwertern ohne Spitzen kämpfen und in der keltischen Tradition stehen.
Alle Kämpfe standen unter der Aufsicht von zwei Schiedsrichter, die auf die Einhaltung der Regeln achteten. Sie trugen weiße Tuniken mit roten Streifen und hatten als Hilfsmittel einen Stuck, weshalb der oberste Schiedsrichter auch Summa Rudis – „oberster Stock“ genannt wurde.

Begriff Bedeutung
Gladiator Ein Gladiator (lateinisch gladiator zu gladius für „(Kurz-)Schwert“) war im Römischen Reich ein speziell dafür ausgebildeter und trainierter Berufskämpfer, der in öffentlichen Schaustellungen gegen andere Gladiatoren kämpfte. Der regelbasierte Zweikampf der Gladiatoren gegeneinander wird als Gladiatur bezeichnet. Gladiatorenkämpfe gab es von 264 v. Chr. bis Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr.
Pompa Pompa (deutsch ‚Geleit‘, ‚Begleitung‘) war in der römischen Antike ein Festzug (Prozession) an Festtagen, zu Spielen, Begräbnissen und bei Triumphen, wobei Statuen der Götter auf Tragegestellen oder auf Prozessions- bzw. Götterwagen in einem feierlichen Umzug umher geführt wurden.
Gladiatur Traditioneller und regelbasierter Zweikampf der Gladiatoren gegeneinander wird als Gladiatur bezeichnet.
Ludus Gladiatoren wurden in besonderen Schulen (Mehrzahl: ludi, Einzahl: ludus) ausgebildet. Berühmt geworden sind die Gladiatorenschulen in Rom, Capua, Pompeji, Ravenna.
Arena Der Begriff Arena (von lateinisch [h]arena, „Sand“) bezeichnet einen speziellen Veranstaltungsort. In der deutschen Sprache wird Arena beschrieben, mit der Herleitung aus: „‘Sand, Sandfläche, Küste, (mit Sand bestreuter) Kampfplatz des Amphitheaters’. Das Kolosseum in Rom, die Arena in Verona sind bekannte Arenen im Römischen Reich.
Retiarius Der retiarius („Netzkämpfer“) ist der leichtestbewaffnete Gladiatorentyp. Er hat weder Schild noch Helm noch Beinschienen, nur eine Bandage und einen hohen Schulterschirm am linken Arm. Bewaffnet ist er mit Netz (rete), dreizinkiger Gabel (tridens oder fuscina) und Dolch (pugio), womit er an einen Fischer erinnert. Er muß den Gegner auf Distanz halten und seine Schnelligkeit, bessere Übersicht  und sein längeres Durchhaltevermögen ausspielen, was ihm in der kleinen Arena der Staatssammlung allerdings schwerfiel.
Scissor Der scissor (lat. „“) ist einer der überlieferten Kämpfertypen in der Gladiatur des römischen Reiches. Der scissor (-oris m, lat.: Schlitzer) bzw. arbelas war eine römische Gladiatorengattung. Es gibt keine sicheren Angaben über sein Aussehen.
Murmillo Der murmillo (lateinisch; auch myrmillo, mirmillo), den wir schon als Gegner des Thraex kennengelernt haben, war ein besonders schwerbewaffneter Gladiator. Hier einige ergänzende Informationen zum oben Gesagten: Sein ca. 3,5 kg wiegender Helm mit Gittervisier gleicht dem seiner Gegner, doch ist der Kamm nicht sichelförmig geschwungen, sondern geradlinig geknickt. Diese Helme sind bequemer als sie aussehen und gewähren gute Sicht und Luftzugfuhr. Als Ausgleich für den Vorteil des großen Schildes, trägt der Murmillo lediglich eine kurze linke Beinschiene (in der Grundstellung wurde stets das linke Bein vorgesetzt). Sein mit einem kleinen Schild bewaffneter Gegner verfügt dagegen an beiden Beinen über hohe Beinschienen. Man erkennt wieder das Streben nach Chancengleichheit. Seine Waffe war das Kurzschwert, wobei es sich in der Kaiserzeit meistens nur um einen besseren Dolch handelte, eine reine Stichwaffe. Die Gegner des Murmillo waren die Kleinschildner, der Thraex und der Hoplomachus.
Essedarius Der Name essedarius scheint sich von dem keltischen Streitwagen Essedum herzuleiten, doch ist ein solcher nie abgebildet oder erwähnt. Tatsächlich handelt es sich um zwei gleichartige, mittelschwer bewaffnete Kämpfern, mit einem ovalen Schild, einem eiförmigen Visierhelm. Die mit Lanzen und Schwertern ohne Spitzen kämpfen und in der keltischen Tradition stehen.
Alle Kämpfe standen unter der Aufsicht von zwei Schiedsrichter, die auf die Einhaltung der Regeln achteten. Sie trugen weiße Tuniken mit roten Streifen und hatten als Hilfsmittel einen Stock, weshalb der oberste Schiedsrichter auch Summa Rudis – „oberster Stock“ genannt wurde.
Secutor Der Standardgegner des retiarius ist der secutor („Verfolger“) oder contraretiarius, eine auf den Kampf gegen den Retiarius spezialisierte Abart des Murmillo, von dem er sich nur durch den eiförmigen Helm mit abgerundetem Kamm und kleinen Augenlöchern statt des Gittervisiers unterscheidet. Die kleinen Löcher sollen das Eindringen einer Dreizackzinke verhindern, schränken aber den Gesichtskreis und die Luftzufuhr ein. Es ist der beschwerlichste der Gladiatorenhelme und veranlaßt den Secutor, durch aggressive Vorgehensweise den Nahkampf zu suchen, für den er besser gerüstet war, und so eine rasche Entscheidung zu erzwingen – daher der Name „Verfolger“. Er muß aber aufpassen, daß er sich dabei nicht erschöpft.
Thraex Bei dieser Gattung scheint es sich ursprünglich um thrakische Kriegsgefangene gehandelt zu haben. Der thraex war mit einem Schwert mit gekrümmter Klinge (sica) bewaffnet, die es erleichtert, einen Schild zu umgehen und hinter diesen zu stechen. Er trug einen kleinen gewölbten quadratischen Schild (parmula). Sein großer Visierhelm trug einen Kamm mit Greifenkopf. Wie bei allen Gladiatoren war sein Schwertarm mit einem Armschutz (manica) geschützt, der meist aus Leder und/oder gestepptem Leinen bestand. Zum Ausgleich für den kleineren Schild hat er zwei hohe Beinschienen, während sein Gegner mit dem großen Schild nur eine kurze Schiene am linken Bein trug.
Provocator Der provocator (lat. „Herausforderer“) war ein schwerbewaffneter überlieferter römischer Gladiator.
Hoplomachus Der hoplomachus (lateinisch, auch: oplomachus; abgeleitet von griechisch ὁπλομαχία, hoplomachia „Kampf mit schweren Waffen“, auch die Assoziation mit den Hopliten, dem schweren griechischen Fußvolk mit Rundschild und Lanze, wurde geweckt) war ein schwerbewaffneter Gladiator mit kleinem Rundschild. Seine Ausrüstung mit zwei hohen Beinschienen entsprach der des thraex, doch war sein Schild eine Halbkugel aus Bronzeblech. Der Kamm seines Helmes mit horizontaler Krempe besaß keinen Greifenkopf und seine Angriffswaffen waren Lanze und geradklingiger Dolch. Er war als Gegner des murmillo die Alternative zum thraex, mit dem er oft verwechselt wird.
Eques Die eques eröffneten traditionell mit ihrem Kampf auf weißen Pferden die Gladiatorenspiele. Der Kampf begann hoch zu Roß in der Arena. Das konnten wir aus nachvollziehbaren Gründen an diesem Tag nicht nachstellen. Im Lauf des Kampfes saßen die Equites ab und kämpften zu Fuß weiter. So zeigen auch die meisten bildlichen Darstellungen der Equites diese ohne Pferde.
Es war eine relativ leichte Gladiatoren-Gattung, mit einem kleinen ledernen Rundschild, einem Armschutz an der rechten Hand und einen kammlosen Visierhelm, aber ohne Beinschienen. Wie alle Gladiatorengattungen, trugen sie lederne Gamaschen ohne Sohlen. Sie kämpften also barfuß, denn mit Sandalen hätten sie nur den Sand der Arena aufgeschaufelt.
Cornu Das Cornu (lateinisch für ‚Horn‘, Plural Cornua) war eine Naturtrompete im Römischen Reich und wird in der Arena zur Anfeuerung der Zuschauer gespielt.
Wasserorgel Die Hydraulis, die Wasserorgel, ist ein orgelartiges Tasteninstrument, das im Römischen Reich verbreitet war und bei der ein gleichmäßiger Luftdruck durch Wasser aufrechterhalten wird. Die Orgeln besaßen meist mehrere Pfeifenreihen, die einzeln registrierbar waren.

Diese Auflistung ist weder vollständig noch allumfassend und soll Ihnen eine Orientierung zwischen den immer wiederkehrenden Begriffen und Wörtern geben.


Plakat der Live-Gladiatorenkämpfe mit Dr. Marcus Junkelmann

Mehr zur Veranstaltung finden Sie auf unseren Veranstaltungen im Jahresverlauf und speziell zur Sonderausstellung

Sonderausstellung: "Gladiatoren – Helden des Kolosseums"

die vom 21. November 2025 bis zum 3. Mai 2026 dauert. Im Rahmen der Sonderausstellung in der Archäologischen Staatssammlung in München finden gleich mehrere Vorträge zum Thema Gladiatoren statt. Der Live-Gladiatorenkampf ist der erste Vortrag dazu.

Bayern 2 Radio Eins zu Eins. Der TalkGast: Markus Junkelmann, Historiker und Experimentalarchäologe

Sendetermin im Radio BR2 und im Web: Dienstag, 01.07.2025, 16:04 bis 17:00 Uhr

 

Norbert Joa im Gespräch mit Dr. Marcus Junkelmann, Historiker und Experimentalarchäologe.

Quelle: BR 2  Vor 40 Jahren gelang Dr. Marcus Junkelmann mit einer Alpenüberquerung eine spektakuläre Aktion: Als Experimentalarchäologe stellte er in möglichst originalgetreuer Legionärsausstattung die historischen Bedingungen der alten Römer nach. Später arbeitete er mit vielen archäologischen Parks und Museen zusammen und betrieb auch Feldforschung für andere Epochen der Weltgeschichte.

Eins zu Eins. Der Talk

Erfahrungen und Einsichten, einschneidende Erlebnisse und große Erfolge: Biografische Gespräche mit Menschen, die eine spannende Lebensgeschichte oder einen außergewöhnlichen Beruf haben.

Dr. Marcus Silvester Junkelmann; Foto: Paul Eschbach

Eins zu Eins. Der Talk

Erfahrungen und Einsichten, einschneidende Erlebnisse und große Erfolge: Biografische Gespräche mit Menschen, die eine spannende Lebensgeschichte oder einen außergewöhnlichen Beruf haben.

Mehr zu Dr. Marcus Junkelmann

auf der von DELTA IMAGE betriebenen speziellen Webseite https://marcus-junkelmann.de.

Schleißheimer Zeitung: Herzlichen Glückwunsch, Marcus Junkelmann!

Originalbeitrag auf www.schleissheimer-zeitung.de

 

Wie einer, der in Oberschleißheim aufwuchs, Geschichte machte

Geschichte wird von den Leuten manchmal als ein trockener, irgendwie uninteressanter Stoff empfunden, den man in sich in Schulzeiten mehr oder weniger freiwillig aneignen muss. Das ist ein Missverständnis, denn je eher man die Vergangenheit versteht, desto besser kann man die Zukunft gestalten.

Wie aber kann man die Vergangenheit verstehen, abgesehen davon, dass man Jahreszahlen auswendig lernt? Indem man Geschichte lebendig werden lässt, indem man sie anschaulich und erlebbar macht, indem man es möglich macht, die Erfahrungen der Menschen in der Vergangenheit mit- und nachzuerleben,

Dr. Marcus Junkelmann, Historiker, Autor zahlreicher hochgelobter historischer Werke, Universitätsdozent, Vortragsredner und vor allem “Experimental-Archäologe”, hat sich für diesen besseren Zugang zu Geschichte unsterbliche Verdienste erworben. Er hat dafür keine persönlichen Mühen und Strapazen gescheut, zum Beispiel, als er extra Reiten lernte, um dann am Limes entlangzureiten, oder die Kochkünste der Antike persönlich wiederbelebte.

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An Pfingsten auf dem römischen Landgut bei Dr. Marcus Junkelmann


Manche Erlebnisse sind oft zu schön und zu unerwartet, um sie eigentlich auch glauben zu können. Sie passieren einfach mal so. An der Überschrift stimmt nicht alles, könnte aber stimmen. Der Rest stimmt doch, und darauf kommt es an diesem Tag auch an.

Ich bin zu Besuch bei Dr. Marcus Junkelmann am Pfingstmontag. Es ist ein herrlicher Tag, schon vielmehr ein Sommertag als ein Frühlingstag. Wir setzen uns zusammen, um in aller Ruhe über viele Themen und noch mehr Projekte zu sprechen – fernab von Termindruck und der Hektik in einem Telefongespräch. Es gibt ja auch schließlich einiges vorzubereiten und somit auch Arbeit.

„Sehr gerne komme ich zu solch einem Arbeitstermin auch zu Ihnen heraus und ich nehme mir den ganzen Tag für Sie dafür Zeit!“

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