Luftakrobatik über dem Dachauer Moos: Wenn die Krähe den Rotmilan „hasst“

In diesem Beitrag nehme ich Sie mit in die weite Niedermoor-Landschaft des Dachauer Mooses. Es ist ein vertrautes Bild am bayerischen Himmel, das doch nie an Faszination verliert: Der majestätische Rotmilan (Milvus milvus), der mit fast zwei Metern Spannweite seine Bahnen zieht, wird plötzlich zum Ziel einer entschlossenen Rabenkrähe (Corvus corone). Was folgt, ist ein fotografisch und erzählerisch extrem spannendes Duell.

Es ist ein vertrautes Bild am bayerischen Himmel, doch es verliert 
nie an Faszination:
Der majestätische Rotmilan, der mit fast zwei Metern Spannweite über 
dem Dachauer Moos kreist, wird plötzlich zum Ziel einer entschlossenen 
Rabenkrähe.

Ein schöner Größenvergleich, wie groß GROSS wirklich im direkten Vergleich ist.

Der majestätische „Gabelschwänzler“

Einen großen Greifvogel in fotografischer Schlagdistanz zu erleben, ist immer etwas Besonderes. Der Rotmilan ist wohl der eleganteste Greifvogel Mitteleuropas. Mit seinem rötlichen Federkleid und der markanten weißen Zeichnung an den Schwingenunterseiten ist er am Himmel kaum zu übersehen. Sein wichtigstes Erkennungsmerkmal – und Namensgeber für die Bezeichnung „Gabelweihe“ oder Gabelweihe – ist jedoch der tief gegabelte Schwanz, der ihm als präzises Steuerruder dient.

Akrobatik im Flug zwischen dem mächtigen Rotmilan und der flinken Rabenkrähe.

Ein Vogel mit einer Spannweite von bis zu cm ist eine imposante Erscheinung – das entspricht fast exakt meiner eigenen Körpergröße von cm! Wenn zu diesem Riesen ein zweiter Akteur tritt, wird die Szenerie erst richtig dynamisch: Die Rabenkrähe. Schwarz, kompakt und deutlich kleiner, aber dafür umso wendiger.

Die Begegnung: Das „Hassen“ in der Luft

Das Aufmacherbild zeigt den Moment der Annäherung: Die Krähe nutzt ihren Höhenvorteil für einen weiteren Scheinangriff, während der Milan scheinbar ungerührt weiterkreist. In der Ornithologie bezeichnet man dieses Verhalten als „Hassen“. Es ist kein Kampf auf Leben und Tod, sondern eine klare Botschaft der Krähe:

Du bist hier nicht willkommen!

Wie ein dunkler Abfangjäger sticht die Krähe von oben herab, während der Milan in voller Pracht seine Schwingen ausbreitet. Ein faszinierendes Spiel um Revieransprüche und fliegerisches Können.

 

Dieses Verhalten bezeichnet man in der Ornithologie als Hassen. Ein ungefährlicher Kampf in der Luft, mit einem klaren Signal – Mach dich lieber vom Acker!

Deutschlands Verantwortung für den Rotmilan

Der Rotmilan ist in Deutschland einer der größten Greifvögel. Nur der Steinadler und der Seeadler sind noch größer und mächtiger. Der Rotmilan sucht vor allem abwechslungsreiche und stark strukturierte Landschaften. Diese sind meist im hügeligen oder bergigen Gelände.

Der Rotmilan erreicht eine Spannweite bis zu 175 cm – so lang, wie ich selbst groß bin!

Also ganz die Beschreibung des Dachauer Landes und auch des Dachauer Mooses. Seine Jagd findet vor allem auf freien, landwirtschaftlich genutzten Flächen und an fischreichen Gewässern statt.

Der Rotmilan liebt die abwechslungsreichen, strukturierten Landschaften des Dachauer Landes. Hier findet er die freien Flächen für die Jagd, die er braucht. Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für diese Art: Mehr als die Hälfte des weltweiten Bestandes brütet hierzulande – von den geschätzten Brutpaaren in Europa leben etwa in Deutschland.

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