Die Graugänse fliegen wieder im Dachauer Moos

Sehr oft schaue ich mir die Videos von einigen exzellenten Naturfotografen abends an. Gerade der dänische Naturfotograf Morten Hilmer kommt an solch schöne Orte in Dänemark – und auch in Schweden und Norwegen –, da werde ich ganz neidisch …

… und denke mir:
Ach, könnte ich doch auch mal an einem ruhigen See sitzen, in aller Ruhe auf den See 
hinausblickend die Natur in aller Stille beobachten.
Dann auf ein einander verstärkendes Geschnatter, starten von den vielen 
Graugänsen auf dem See, immer kleine Trupps von 5 bis 10 Graugänsen im schönen 
Abendlicht gegen den Wind und erheben sich langsam von der See-Oberfläche.

So wieder einmal vor wenigen Tagen, abends an der Schinderkreppe im Dachauer Moos geschehen.

 

Ich bin in meinem eigenen Dänemark/Schweden/Norwegen.

Am Seeufer sitze ich auf einer netten Holzbank und beobachte in aller Ruhe die Szenerie, die Natur und vor allem die Wasservögel am See. Nicht immer tut sich etwas auf dem Wasser – sogar in den meisten Besuchen ist eigentlich gar nichts los. Trotzdem ist es ein schöner Augenblick und die ein bis zwei Stunden am See, sind auch ohne ein einziges Foto eine Wohltat für die Seele und den eigenen Geist.

Heute steht der Wind für die Fotos perfekt – es ist Ostwind. Die Graugänse nutzen die ganze Länge des Sees aus und starten als kleiner Trupp ganz im Westen und müssen bis zum Überfliegen der Ufergrenze die Baumhöhe erreicht haben. So beschreiben die Graugänse weitgehend einen Halbkreis, in dessen Zentrum ich mit meiner Kamera und meinem Objektiv stehe.

 

Der Flug eines weiteren Trupps Graugänse kann beginnen

Das Westufer dieses baumbestandenen Sees liegt durch die tiefe Abendsonne bereits im Schatten, so verschwindet dort die Szenerie schon im Schatten der ganzen Szenerie und das Bild wird klarer und übersichtlicher strukturiert.

Eine weitere Graugans zieht eine Spur der Flügelschläge hinter sich im Wasser her. Gerade so, dass sich die tiefe Abendsonne im Streiflicht darin brechen kann. So wird die Flügelhaltung in der Flugbewegung nochmals eindrucksvoller.

 

Synchronflug mit doppelten Konturen im Graugans-Flug

Durch das Mitschwenken des Objektivs ergibt sich alle paar Sekunden eine vollkommen andere Perspektive der Kamera auf die fliegenden Graugänse.

Das Bild ist kein optischer Fehler des Objektivs, sondern zwei Graugänse im perspektivischen Synchronflug auf der Schinderkreppe.

 

Der See bietet genügend Abstände zum anderen Seeufer

Diese Startbahn der Graugänse bietet zum einen genügend Nähe zu den Graugänsen auf dem Foto und zum anderen genügend Abstände zu dem entfernten Seeufer. So fällt dieses bereits schön in die Unschärfe ab und die Hauptmotive sind im Naturfoto herrlich freigestellt und heben sich so vom Hintergrund sehr gut ab.

Ich fotografiere an dieser Stelle meist mit einer Brennweite von 500 mm, an einer sehr schnellen DSLR. Für viele FotografInnen ist diese fotografische Ausrüstung hoffnungslos veraltet. Es gibt viel deutlich modernere Kameras und auch Objektive.

Das mag sein!

Ich nutze trotzdem die mir lieb gewordene Fototechnik.

 

Paul Eschbach und sein eigenes Dänemark im Dachauer Moos

Da sitze ich nun wieder an meinem kleinen See im Dachauer Moos im herrlichen Abendlicht. Die Graugänse sind indessen alle aufgeflogen und sind auf dem Weg zum Nachtplatz unterwegs. Ich setze mich auf mein Fahrrad und radle die zwei Kilometer nach Hause.

Das ist eben auch ein nicht zu unterschätzender Vorteil mit dem kleinen See von zu Hause aus. Ich kann die Natur auf dem See:

  • sehr oft im Jahr
  • zu allen vier Jahreszeiten und auch dazwischen
  • zu allen Tageszeiten
  • in den verschiedensten Wetterlagen
  • innerhalb des Lebenszyklus der Wasservögel

besuchen, genießen und auch gelegentlich fotografieren. Das alles mit minimalstem Aufwand und zu Fuß oder mit dem Fahrrad auch nachhaltig und umweltfreundlich angehen. Ein bisschen hält mich die Bewegung in der Natur ja auch fit.

Ich schließe diesen beitrag mit einem Zitat von Morten Hilmer auf seiner Webseite:

„SEE YOU OUT THERE“

(Wir sehen uns da draußen!)
Morten Hilmer

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