Auf dem Landschaftssee an der Schinderkreppe im Dachauer Moos ist der Winter weitgehend zu Ende und der Frühling ist bereits eingezogen. Es sind wie den ganzen Winter über, noch kaum Wasservögel auf dem See zu beobachten. Ein paar Blässhühner dümpeln auf dem See umher. Trotzdem bin ich heute wieder einmal zum Beobachten hingegangen. Just als ich ankam, schwebten zwei weiße, relativ große Vögel, auf die Wasseroberfläche ein und landeten im Wasser.

Viel größer als die sonst im Jahreskreis hier immer wieder anzutreffenden Flussseeschwalben, das Gefieder erschien rein weiß im Flug. Es ist eine Mittelmeermöwe, die habe ich hier im Dachauer Moos noch nicht gesehen. Vielleicht sind die beiden Möwen ja auch auf dem Durchzug zu den Brutgebieten im Frühling.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. LBV schreibt zur Mittelmeermöwe:
Entgegen ihres Namens kommt sie inzwischen auch bei uns, vor allem in Süddeutschland ist sie weit verbreitet. Ihr Name verrät aber etwas über ihre Ursprünge, denn sie hat sich im letzten Jahrhundert vom Mittelmeergebiet ausgehend immer weiter nach Norden ausgebreitet. In Süddeutschland löst die Mittelmeermöwe fast schon die norddeutsche Silbermöwe ab.
Schön, dass es wieder neue Gäste in der Schinderkreppe gibt …
… und so schön anzuschauende noch dazu!
Diese Mittelmeermöwe ist ein relativ großer Vogel, sie erreichen eine Körpergröße von 52–58 Zentimeter und einer Flügelspannweite von 120–140 Zentimeter. Zum Fotografieren von der Beobachtungshütte aus ist dies sehr erfreulich.

Die Mittelmeermöwe hat wunderschöne Flügelspitzen
Bei der Mittelmeermöwe ragen die Flügelspitzen einige Zentimeter über die Schwanzfedern hinaus und kreuzen sich in der normalen Flügelposition. So zeigen sich die eleganten schwarzen Flügelspitzen mit den weißen Punkten am „Ende“ dieses sehr klar gezeichneten und überaus formschönen Vogels.

Wie häufig ist die Mittelmeermöwe in Bayern?
Die Mittelmeermöwe ist in Bayern lokal, gebietsweise lückig verbreitet. Die Schwerpunkte liegen an Donau, Isar und Inn. In Nordbayern existieren bislang nur einzelne Vorkommen am Main und am Altmühlsee. Bemerkenswerte kleinere Brutkolonien befinden sich am Walchensee auf 800 m Höhe und in 782 m am Forggensee. Seit dem ersten Brutnachweis im Jahr 1987 kam es in der Folgezeit zu zahlreichen Neuansiedlungen, zuletzt am Walchensee (2000), Altmühlsee (2003) und an der Donau bei Aholfing (2005). Im Vergleich zum Erfassungszeitraum 1996-99 des Bayerischen Landesamt für Umwelt hat sich der Bestand etwa verdreifacht. Mit weiteren Zunahmen und Ausbreitungen ist zu rechnen. Bestand in Bayern: 60– 70 Brutpaare
