Osterbrunnen im Dachauer Land zwischen Ilm, Glonn und Amper an Ostern – Schwabhausen

Eine Landschaft, ein Kulturraum besteht nicht nur aus Bauwerken und historischen Ereignissen. Kultur wird in vielfältiger Art und Weise gebildet und öffentlich zur Schau gestellt. Manchmal ganz pompös wie Sylvester oder die Fronleichnam Prozession. Manchmal aber auch ganz unscheinbar, ohne viel Aufheben. Dieses Brauchtum ist doch um so mehr identitätsstiftend und wird gemein mit dem Begriff Heimat assoziiert.

So auch das Brauchtum der Osterbrunnen im Dachauer Land zwischen Ilm, Glonn und der Amper.

Osterbrunnen mit Osterkrone in den Osterwochen

Das Brauchtum stammt wohl aus Franken und der Fränkischen Schweiz und hat sich als Brauchtum bis heute erhalten. In der Zeit ab Palmsonntag, werden in der Karwoche  vor Ostern öffentliche Dorfbrunnen mit bemalten Ostereiern grünem Blattwerk als Osterbrunnen geschmückt. Inzwischen hat sich dieses Brauchtum in weiten Teilen Deutschlands verbreitet.

Das Osterfest ist mit der Auferstehung und mit dem Osterhase und dem Lamm ein Fest in Verbindung mit der Fruchtbarkeit. In der Landwirtschaft beginnt der Jahreskreis des Bauern – so dass es nicht weit her ist, dass das frische Wasser des Brunnes genauso wie die Eier Fruchtbarkeitsbedeutung haben.

Egal wie das Brauchtum entstanden ist, ist es in der schnelllebigen Welt umso schöne so ein farbenfrohes Gebilde der Osterkrone im öffentlichen Raum betrachten zu können.

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Osterbrunnen im Dachauer Land im Jahr 2021

Heuer war es ein besonderes Erlebnis in den Schwierigkeiten der Pandemie, die Zeit zu nutzen und über die Ostertage sich diese Kunstwerke bäuerlichen Brauchtums und eines Sinnbildes der dörflichen Zusammenarbeit wieder sehen zu können – das gibt auch Hoffnung für das was uns noch bevorsteht.

In 2021 waren es vor allem die Dörfer/Städte

die ich mit einem Osterbrunnen gefunden habe. Andere Dörfer als vor zwei Jahren sind mit dabei.

 

Osterkrone in Schwabhausen

"Unerhofft kommt oft."

Gerade dann, wenn man eigentlich kein Fotomotiv mehr erwartet, zeigen sich sehr oft die schönsten Motive dem Fotografen. Immer offen für das Unerwartete zu sein sei eine Art Lebenseinstellung.

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Das Pfarramt in Schwabhausen ist ein prächtiger Bau, steil aufragend an der Straße nach Arnbach hinüber, als ob der Reisende nach Arnbach nochmal den Kopf heben muss, um dem Pfarrer seine Ehrerbietung zu machen.

Das schöne Pfarrhaus hatte schon Paul Sessner auf einem der unzähligen Jahreskalender für die Sparkasse Dachau abgelichtet. Wie oft bin ich hier schon vorbei gekommen, um mein Motiv von diesem herrlichen Bauwerk im Dachauer Land zu machen.

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Inzwischen ist der Pfarrgarten für die Öffentlichkeit geöffnet und hinter dem Pfarrhaus öffnet sich ein herrlicher Pfarrgarten mit einer übergroßen Weide – heut eim herrlichsten Licht dem Fotografen.

Da muss erst der Impuls durch den Osterbrauch dazukommen, damit der Fotograf einen anderen Zugang zu diesem Motiv bekommt. das Motiv ist da – jeden Tag. Nur sehen und umsetzen muss man es.

Heute ist der Tag dazu.