Das Thermometer am Fenster kündet über Nacht von ordentlich tiefen Temperaturen unter null Grad. Für mache MitbürgerInnen ein weiterer Grund zur Sorge, für mich als Natur- und Landschaftsfotograf eine zarte Hoffnung auf ein jährlich immer wieder kehrendes Schauspiel im Dachauer Moos. Dort wo bewegtes Wasser ist, verzaubert die Kälte manchmal über Nacht die Umgebung in ein kleines Märchenschloss der Eisprinzessin. Das funktioniert nicht immer, in meinem Fall, die Amper, führt viel Wasser flussabwärts und das hat typischerweise +4° C und erwärmt die umgebende Luft.
Am Gündinger Wehr wird das bewegte Wasser an den Einbauten der Wehranlage umgelenkt und darf in die Tiefe stürzen. So ergeben sich genügend Stellen, für solche Eisskulpturen, an denen das Wasser an Eisskulpturen immer weiter wachsen kann. Meist sind es die Wassertropfen, die Gischt des schnell bewegten Wassers, oder schlicht der Nebel in der gesättigten kalten Luft, die sich an den Metalleinbauten oder Steinen langsam aufbauen.

