Live-Gladiatorenkampf in der Archäologischen Staatssammlung München mit Dr. Marcus Junkelmann

Die Gladiatoren sind in München!

In der Archäologischen Staatssammlung in München am Englischen Garten wird ganz aktuell eine Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ gezeigt. Im Rahmenprogramm dieser am letzten Donnerstag erst eröffneten Sonderausstellung zeigt der Historiker und Experimentalarchäologe Dr. Marcus Junkelmann zusammen mit seiner Gruppe „Familia Gladiatoria Pulli Cornicinis“ live-Gladiatorenkämpfe in den Ausstellungsräumen der Staatssammlung.

Die Archäologische Staatssammlung zeigt die Artefakte und Überreste einer Kultur, die nun etwa 2.000 Jahre her ist. Diese Zeitepoche haben meist Artefakte aus Metall, Steine und deren Reliefs sowie stellenweise die Bemalungen überstanden. Andere Materialien, wie Textilien, Leder und Holz sind fast nicht mehr existent.

 

Die Massenunterhaltung im antiken Rom für die ganze Familie in der Arena

Die Gladiatoren waren eine antike Form der Massenunterhaltung, nicht ganz unähnlich wie ein modernes Fußball-Stadium. Professionelle Gladiatoren wurden für die Kämpfe Mann gegen Mann in den verschiedenen Gladiatoren-Gattungen langjährig ausgebildet und unterhielten die ZuschauerInnen in den Arenen der römischen Welt. Damit wurde die Gunst des Regenten beim Volk und die Wertschätzung einer wohlhabenden Familie gesteigert.

Die Gladiatoren-Kämpfe waren kein wildes aufeinander einhauen, sondern einem nur teilweise überlieferten feinen Regelwerk – der Gladiatur – unterworfen. Einige Teile der Gladiatur sind inzwischen bekannt, andere Teile sind vermutet. Einen sehr großen Anteil an dieser Gladiator-Kultur hat Dr. Marcus Junkelmann mit seinen umfangreichen Forschungen und vor allem mit seiner experimentellen Art und Weise in der Geschichtsforschung. Diese Forschungsergebnisse haben Eingang gefunden in viele seiner über zwanzig Fachbücher und Film-Drehbücher zur römischen Kultur- und Militärgeschichte. Viele seiner Bücher sind Standardwerke in der Geschichtsforschung geworden.

 

Live-Gladiatorkampf einer Reenactment Gruppe in wissenschaftliche Anleitung durch Dr. Junkelmann

Trotzdem will die Archäologische Staatssammlung die Gladiatur im Rahmenprogramm den Interessierten möglichst lebendig und anschaulich präsentieren. Ein live-Kampf zwischen den verschiedenen Gattungen an Gladiatoren ist wohl mit das anschaulichste für die vielen BesucherInnen dieses Vortrags im Rahmenprogramm der Sonderausstellung. So war der Saal, der sonst für die getragenen Vorträge der wissenschaftlichen Erkenntnisse vieler vergangener Zeitepochen gedacht war, zu einer tosenden Arena mit den hunderten BesucherInnen – von Klein bis Groß.

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Dr. Marcus Junkelmann entführt uns am 23.11.2025 in die Welt der Gladiatur im Römischen Reich

Dr. Marcus Junkelmann Historiker, Experimentalarchäologe und Buchautor

In der Welt der Gladiatur – der Kampfweise der Gladiatoren im Römischen Reich um die Zeitenwende herum, gibt es inzwischen einige Hollywood-Kinofilme und TV-Produktionen. Wer der Gladiatur auf den Grund gehen will und sich weiter und tiefer in die Geschichte dieser Gladiator-Kultur hinein begibt, wird einen Namen immer wieder lesen: Dr. Marcus Junkelmann – Historiker Buchautor und Experimentalarchäologe.

Die überlieferte Geschichte war dem Experimentalarchäologen Dr. Junkelmann noch nie Grund genug, das auch alles so zu glauben. Erst wenn er die Geschichte studiert, alle verfügbaren Quellen gesichtet hat und es auch selbst rekonstruiert und ausprobiert hat, ist er der echten Geschichte auf den Fersen. Das schafft neues Wissen und Verständnis für eine ganze Zeitepoche, und vor allem bildet das eine weltweit geschätzte Expertise heraus.

 

Archäologische Staatssammlung in München bringt Dr. Junkelmann zu Ihnen

Dr. Junkelmann und sein ganzes Team lässt, für die Besucher dieses Exklusivvortrags die Welt der Gladiatur vor Ihren Augen auferstehen – in der Archäologischen Staatssammlung in München am Englischen Garten.


Seien Sie Teil einer römischen Pompa zu Beginn der Gladiator-Kämpfe

Sie erleben einen festlichen Einzug seiner in passenden Gewändern gekleideten und ausgerüsteten RömerInnen und Römer der Gladiator-Truppe in den Vortragssaal.

⇒ Gladiatoren in Wort und Bild vom Experten

Dr. Junkelmann stellt Ihnen die Gladiatur in Wort und Bild in vielen historisch gesicherten Details vor.

⇒ Erleben Sie die rekonstruierten Ausrüstungen der verschiedenen Gladiatoren

Dr. Junkelmann erläutert die Gladiatur und deren Hauptdarsteller.

⇒ Erleben Sie live Kämpfe zwischen verschiedenen Gladiator-Typen vor Ihren Augen in der Veranstaltung

Dr. Junkelmann führt Sie durch die Kämpfe Gladiator gegen Gladiator.

Erleben Sie die Atmosphäre in der Arena mit zeitgenössischer Musikbegleitung

Eine römische Wasserorgel und eine römische Cornu bringt die Stimmung zu Ihnen.


Eindrucksvoller und näher ist kaum noch möglich. So präsentiert Dr. Junkelmann seine geschichtlichen Themen einem begeisterten Publikum – die Unterscheidung zwischen der Präsentation und der Rekonstruktion verschwimmen für die Zuschauer immer weiter.

In der Veranstaltung in der Archäologischen Staatssammlung werden etwa 25 zeitgenössische DarstellerInnen vor Ort sein, um Ihnen die Zeit zwischen 264 v. Chr, und fünftes Jahrhundert n. Chr. lebendig werden zu lassen.

Lassen Sie sich begeistern!

Begriffe aus der Gladiatur für Ihren Überblick

Der Name Essedarius scheint sich von dem keltischen Streitwagen Essedum herzuleiten, doch ist ein solcher nie abgebildet oder erwähnt. Tatsächlich handelt es sich um zwei gleichartige, mittelschwer bewaffnete Kämpfern, mit einem ovalen Schild, einem eiförmigen Visierhelm. Die mit Lanzen und Schwertern ohne Spitzen kämpfen und in der keltischen Tradition stehen.
Alle Kämpfe standen unter der Aufsicht von zwei Schiedsrichter, die auf die Einhaltung der Regeln achteten. Sie trugen weiße Tuniken mit roten Streifen und hatten als Hilfsmittel einen Stuck, weshalb der oberste Schiedsrichter auch Summa Rudis – „oberster Stock“ genannt wurde.

Begriff Bedeutung
Gladiator Ein Gladiator (lateinisch gladiator zu gladius für „(Kurz-)Schwert“) war im Römischen Reich ein speziell dafür ausgebildeter und trainierter Berufskämpfer, der in öffentlichen Schaustellungen gegen andere Gladiatoren kämpfte. Der regelbasierte Zweikampf der Gladiatoren gegeneinander wird als Gladiatur bezeichnet. Gladiatorenkämpfe gab es von 264 v. Chr. bis Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr.
Pompa Pompa (deutsch ‚Geleit‘, ‚Begleitung‘) war in der römischen Antike ein Festzug (Prozession) an Festtagen, zu Spielen, Begräbnissen und bei Triumphen, wobei Statuen der Götter auf Tragegestellen oder auf Prozessions- bzw. Götterwagen in einem feierlichen Umzug umher geführt wurden.
Gladiatur Traditioneller und regelbasierter Zweikampf der Gladiatoren gegeneinander wird als Gladiatur bezeichnet.
Ludus Gladiatoren wurden in besonderen Schulen (Mehrzahl: ludi, Einzahl: ludus) ausgebildet. Berühmt geworden sind die Gladiatorenschulen in Rom, Capua, Pompeji, Ravenna.
Arena Der Begriff Arena (von lateinisch [h]arena, „Sand“) bezeichnet einen speziellen Veranstaltungsort. In der deutschen Sprache wird Arena beschrieben, mit der Herleitung aus: „‘Sand, Sandfläche, Küste, (mit Sand bestreuter) Kampfplatz des Amphitheaters’. Das Kolosseum in Rom, die Arena in Verona sind bekannte Arenen im Römischen Reich.
Retiarius Der retiarius („Netzkämpfer“) ist der leichtestbewaffnete Gladiatorentyp. Er hat weder Schild noch Helm noch Beinschienen, nur eine Bandage und einen hohen Schulterschirm am linken Arm. Bewaffnet ist er mit Netz (rete), dreizinkiger Gabel (tridens oder fuscina) und Dolch (pugio), womit er an einen Fischer erinnert. Er muß den Gegner auf Distanz halten und seine Schnelligkeit, bessere Übersicht  und sein längeres Durchhaltevermögen ausspielen, was ihm in der kleinen Arena der Staatssammlung allerdings schwerfiel.
Scissor Der scissor (lat. „“) ist einer der überlieferten Kämpfertypen in der Gladiatur des römischen Reiches. Der scissor (-oris m, lat.: Schlitzer) bzw. arbelas war eine römische Gladiatorengattung. Es gibt keine sicheren Angaben über sein Aussehen.
Murmillo Der murmillo (lateinisch; auch myrmillo, mirmillo), den wir schon als Gegner des Thraex kennengelernt haben, war ein besonders schwerbewaffneter Gladiator. Hier einige ergänzende Informationen zum oben Gesagten: Sein ca. 3,5 kg wiegender Helm mit Gittervisier gleicht dem seiner Gegner, doch ist der Kamm nicht sichelförmig geschwungen, sondern geradlinig geknickt. Diese Helme sind bequemer als sie aussehen und gewähren gute Sicht und Luftzugfuhr. Als Ausgleich für den Vorteil des großen Schildes, trägt der Murmillo lediglich eine kurze linke Beinschiene (in der Grundstellung wurde stets das linke Bein vorgesetzt). Sein mit einem kleinen Schild bewaffneter Gegner verfügt dagegen an beiden Beinen über hohe Beinschienen. Man erkennt wieder das Streben nach Chancengleichheit. Seine Waffe war das Kurzschwert, wobei es sich in der Kaiserzeit meistens nur um einen besseren Dolch handelte, eine reine Stichwaffe. Die Gegner des Murmillo waren die Kleinschildner, der Thraex und der Hoplomachus.
Essedarius Der Name essedarius scheint sich von dem keltischen Streitwagen Essedum herzuleiten, doch ist ein solcher nie abgebildet oder erwähnt. Tatsächlich handelt es sich um zwei gleichartige, mittelschwer bewaffnete Kämpfern, mit einem ovalen Schild, einem eiförmigen Visierhelm. Die mit Lanzen und Schwertern ohne Spitzen kämpfen und in der keltischen Tradition stehen.
Alle Kämpfe standen unter der Aufsicht von zwei Schiedsrichter, die auf die Einhaltung der Regeln achteten. Sie trugen weiße Tuniken mit roten Streifen und hatten als Hilfsmittel einen Stock, weshalb der oberste Schiedsrichter auch Summa Rudis – „oberster Stock“ genannt wurde.
Secutor Der Standardgegner des retiarius ist der secutor („Verfolger“) oder contraretiarius, eine auf den Kampf gegen den Retiarius spezialisierte Abart des Murmillo, von dem er sich nur durch den eiförmigen Helm mit abgerundetem Kamm und kleinen Augenlöchern statt des Gittervisiers unterscheidet. Die kleinen Löcher sollen das Eindringen einer Dreizackzinke verhindern, schränken aber den Gesichtskreis und die Luftzufuhr ein. Es ist der beschwerlichste der Gladiatorenhelme und veranlaßt den Secutor, durch aggressive Vorgehensweise den Nahkampf zu suchen, für den er besser gerüstet war, und so eine rasche Entscheidung zu erzwingen – daher der Name „Verfolger“. Er muß aber aufpassen, daß er sich dabei nicht erschöpft.
Thraex Bei dieser Gattung scheint es sich ursprünglich um thrakische Kriegsgefangene gehandelt zu haben. Der thraex war mit einem Schwert mit gekrümmter Klinge (sica) bewaffnet, die es erleichtert, einen Schild zu umgehen und hinter diesen zu stechen. Er trug einen kleinen gewölbten quadratischen Schild (parmula). Sein großer Visierhelm trug einen Kamm mit Greifenkopf. Wie bei allen Gladiatoren war sein Schwertarm mit einem Armschutz (manica) geschützt, der meist aus Leder und/oder gestepptem Leinen bestand. Zum Ausgleich für den kleineren Schild hat er zwei hohe Beinschienen, während sein Gegner mit dem großen Schild nur eine kurze Schiene am linken Bein trug.
Provocator Der provocator (lat. „Herausforderer“) war ein schwerbewaffneter überlieferter römischer Gladiator.
Hoplomachus Der hoplomachus (lateinisch, auch: oplomachus; abgeleitet von griechisch ὁπλομαχία, hoplomachia „Kampf mit schweren Waffen“, auch die Assoziation mit den Hopliten, dem schweren griechischen Fußvolk mit Rundschild und Lanze, wurde geweckt) war ein schwerbewaffneter Gladiator mit kleinem Rundschild. Seine Ausrüstung mit zwei hohen Beinschienen entsprach der des thraex, doch war sein Schild eine Halbkugel aus Bronzeblech. Der Kamm seines Helmes mit horizontaler Krempe besaß keinen Greifenkopf und seine Angriffswaffen waren Lanze und geradklingiger Dolch. Er war als Gegner des murmillo die Alternative zum thraex, mit dem er oft verwechselt wird.
Eques Die eques eröffneten traditionell mit ihrem Kampf auf weißen Pferden die Gladiatorenspiele. Der Kampf begann hoch zu Roß in der Arena. Das konnten wir aus nachvollziehbaren Gründen an diesem Tag nicht nachstellen. Im Lauf des Kampfes saßen die Equites ab und kämpften zu Fuß weiter. So zeigen auch die meisten bildlichen Darstellungen der Equites diese ohne Pferde.
Es war eine relativ leichte Gladiatoren-Gattung, mit einem kleinen ledernen Rundschild, einem Armschutz an der rechten Hand und einen kammlosen Visierhelm, aber ohne Beinschienen. Wie alle Gladiatorengattungen, trugen sie lederne Gamaschen ohne Sohlen. Sie kämpften also barfuß, denn mit Sandalen hätten sie nur den Sand der Arena aufgeschaufelt.
Cornu Das Cornu (lateinisch für ‚Horn‘, Plural Cornua) war eine Naturtrompete im Römischen Reich und wird in der Arena zur Anfeuerung der Zuschauer gespielt.
Wasserorgel Die Hydraulis, die Wasserorgel, ist ein orgelartiges Tasteninstrument, das im Römischen Reich verbreitet war und bei der ein gleichmäßiger Luftdruck durch Wasser aufrechterhalten wird. Die Orgeln besaßen meist mehrere Pfeifenreihen, die einzeln registrierbar waren.

Diese Auflistung ist weder vollständig noch allumfassend und soll Ihnen eine Orientierung zwischen den immer wiederkehrenden Begriffen und Wörtern geben.


Plakat der Live-Gladiatorenkämpfe mit Dr. Marcus Junkelmann

Mehr zur Veranstaltung finden Sie auf unseren Veranstaltungen im Jahresverlauf und speziell zur Sonderausstellung

Sonderausstellung: "Gladiatoren – Helden des Kolosseums"

die vom 21. November 2025 bis zum 3. Mai 2026 dauert. Im Rahmen der Sonderausstellung in der Archäologischen Staatssammlung in München finden gleich mehrere Vorträge zum Thema Gladiatoren statt. Der Live-Gladiatorenkampf ist der erste Vortrag dazu.

Goldener (Spät-) Herbst im Fußberg Moos – Dachauer Moos

Die Natur- und LandschaftsfotografInnen in allen Ländern und Regionen haben im Spätherbst einen vorrangigen Fluchtpunkt – hinaus aus dem Alltag, dem Trubel und der Mühsal des täglichen Lebens:

Die Verwandlung der Natur-Landschaften im Oktober und November 
(auf der nördlichen Erdhalbkugel) in den Farbenrausch des Goldenen Herbstes.

Eine Szenerie, fast wie in Otto Erhardts Fabelgeschichte „Das sterbende Moor“. Eine kleine Holzbrücke führt als Jägersteig im Fußbergmoos durch die sumpfige Niedermoor-Landschaft.

Da fallen einem vor allem die bekanntesten Zielpunkte ein:

  • „Indian Summer“ in den USA mit
    • Alaska
    • Kanada
    • Neuenglandstaaten (Maine, New Hampshire, Vermont, Massachusetts, Rhode Island und Connecticut)
  • „Goldener Herbst“ mit
    • Alpenraum, Oberbayern, Tirol, Südtirol
    • Mittelgebirge (Bayerischer Wald, Böhmerwald, Schwäbische Wald, Pfälzer Wald, Fichtelgebirge)

Dort treffen sich tausende BesucherInnen unterschiedlicher Interessen und so bleibt es nicht aus, dass dort die NaturbeobachterInnen sich gegenseitig am Parkplatz ausbremsen und zuparken. Überfüllung an den Zufahrtsstraßen, am Parkplatz und an den eigentlichen Attraktionen.

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Dachauer Land – vor den großen Bergen im Herbst

Das Tertiär-Hügelland liegt um viele Meter höher als die weite und ebene Landschaft des Dachauer Mooses. So streift der Blick von den ersten Höhenrücken ohne Hindernisse weit hinaus in die Ebene nach Süden hin. Die Blicke der BetrachterInnen werden erst gebremst von den mächtigen Bergen des Alpenhauptlammes. Weit im Westen steht als deren Dominante mit 2.963 Metern der höchste Berg in Deutschland – die Zugspitze. 70 bis 80 Kilometer sind es Luftlinie von Dachau bis hinter Garmisch.

Unmittelbar vor der BetrachterIn zu Füßen liegt die weite Niedermoor-Landschaft des Dachauer Mooses.

Das Farbspiel der Laub- und Nadelbäume im Spät-Herbst leitet den Blick der BetrachterInnen hinaus über die sanften Wellen, Buckeln und Moränen in der Landschaft. Dann fällt der Blick auf die mächtige und stolz dastehende Zugspitze. Die Luft ist an diesem Abend klar und ruhig, so gelingen auch herrliche Fernsichten als Landschaftsfotografien. Die Luft ist schon kühl, nachts fällt das Thermometer bis an die Null Grad Celsius, das sind perfekte Bedingungen beim Einsatz von langen Objektivbrennweiten und vermeidet optische Störungen durch ein nicht zu verhinderndes Hitzeflimmern in der Luft über den aufgeheizten Böden.

Heute ist es kühl genug und das Laub der Laufbäume gibt der Naturlandschaft eines ihrer schönsten Kleider mit.

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In einem Land – weit weit weg, Ende Oktober im Spät-Herbst!

Die Natur- und Landschaftsfotografie bietet eine unendliche Vielfalt an Bildmotiven, Genres und Lichtstimmungen. Für mich entstehen die liebsten Bildmotive immer noch vor der eigenen Haustüre, manchmal geplant und auch manchmal einfach durch die jeweilige Situation überrascht zu werden.

Landschaftsfotografie bedeutet, mit offenen fotografischen Augen 
durch die Landschaft zu ziehen.

An einem Spätherbst-Abend bin ich auf der Rückfahrt aus dem Dachauer Moos. Auf der Amperbrücke bei Mitterndorf ist in wenigen Minuten später Sonnenuntergang im Westen, vor einem schön strukturierten Himmel. Nicht zu viele Wolken und nicht zu wenig Wolken lassen auf einen interessanten Sonnenuntergang erwarten.

Sonnenuntergang im Spätherbst an der Amper bei Mitterndorf mit genügend Projektionsfläche.

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(Super-) Vollmond über der Amper im Dachauer Moos

Mit offenen Augen durch die Landschaft zu ziehen, ist einer der schönsten Nebentätigkeiten in der Natur- und Landschaftsfotografie. So auch heute Abend im Dachauer Moos, gegen 16.45 Uhr – etwa noch 15 Minuten bis zum Sonnenuntergang. Ich war auf dem Weg für dies und das! Ich komme gerade über die Amperbrücke bei Mitterndorf und ein Blick nach Westen zeigt einen sich entwickelnden schönen Sonnenuntergang. Das wäre doch ein schönes Herbstmotiv, ein farbenfroher Sonnenuntergang über der Amper über dem großen Flussdelta bei Zufluss der kleinen Maisach in die Amper.

Dieses Bildmotiv wird sich ganz sicher lohnen!

Dann fällt mein Blick auch gegen Osten, in Richtung auf das Schloss Dachau.

Der herbstliche Vollmond geht gerade über der Waldkante am Hofgarten auf.
Dem nicht genug, er spiegelt sich auch herrlich im Wasser der Amper!

Supermonde finden immer in einer Serie statt

Ein Supermond kommt selten alleine und finden stets eng hintereinander statt, in jedem Jahr sind es meist drei bis vier.

Der Vollmond geht gerade über der Amper in Dachau auf und spiegelt sich ganz herrlich im stillen Wasser des Flusses. Ein Bildmotiv, welches die Künstler der Malerkolonie auch gerne beobachtet haben.

Der nächsten Termine für die Supermonde sind:

  • 5. Dezember 2025
  • 3. Januar 2026
  • 24. November 2026
  • 24. Dezember 2026
Dieser Supermond kann der größte und hellste Supermond
des Jahres 2026 sein und findet an Heiligabend statt. 

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Herbstlandschaft zwischen Dachau und München

Der kleine Aussichtshügel, nördlich der Künstlerstadt Dachau bietet sich von dem kleinen Eichen- und Buchenhain „am östlichen Hafnerloch“ aus, einen weiteren Rundblick nach Süden hinaus.

 

Die malerische Künstlerstadt Dachau im herbstlichen Farbkleid

Es gab in der Dachauer Künstler-Kolonie zum Ende des 19. Jahrhunderts und Beginn des 20. Jahrhunderts wohl kaum eine LandschaftsmalerIn, welche diesen Anblick der Künstlerstadt Dachau mit dem dominant auf dem Karlsberg stehenden königlichen Schloss und Sommerresidenz nicht einmal in eines seiner Werke verewigt hatte. Als Landschaftsfotograf kann ich diese Anziehung dieses Bildmotivs sehr wohl nachvollziehen und es den alten Meistern gleichtun.

Auf der höchsten Erhebung des Karlsbergs stehen die dominanten Bauwerke Dachaus: das Renaissance-Schloss Dachau, die Stadt- und Schlosskirche Dachau – St. Jakob, das Rathaus mit der rötlichen Fassade und dem geschweiften Fassadengipfel.

Davor steht die kleine malerische Kirche St. Stephanus im Weiler Steinkirchen – an dieser Stelle ist seit dem Jahr 804 eine steinerne Kirche urkundlich erwähnt. Die heutige Stadt Dachau ist aus dem Jahr 805 urkundlich erwähnt. Die heutige Stadt München ist erst aus dem Jahr 1158 erstmalig urkundlich erwähnt.

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Herbst im Dachauer Land bei St. Stephanus in Steinkirchen

Eigentlich hatte ich ein anderes fotografisches Bildmotiv geplant, als ich mich auf den Weg nach Steinkirchen machte. Am Tag zuvor, waren Reste einer Föhn-artigen Wetterlage zu bewundern, die Alpen und die Zugspitze stand klar in 70 km Entfernung als Bildmotiv in weiter Ferne. So wollte ich diese Fernsicht mit der Stadt Dachau kombinieren – in den herbstlichen Farben eines späten Oktobertages. Es zog aber schon wieder Feuchtigkeit herein und so war es nichts mit dem Fernblick auf die Alpenkette.

Macht nichts, dann nutze ich halt das schöne Licht für andere Fotos aus.

Der kleine Weiler Steinkirchen liegt unmittelbar nördlich von Dachau und ist damit bereits ein Teil des Tertiär-Hügellandes. Zwischen Dachau und dem Weiler fließt der kleine Webelsbach, von Oberbachern kommend und anschließend Etzenhausen durchquerend, in die Amper fließt.

Zu allen Jahreszeiten zeigt sich von der kleinen Anhöhe hinter (nördlich) dem Weiler Steinkirchen, die Künstlerstadt Dachau in den schönsten Bildern. Im Hintergrund steht dann das Alpenvorland mit dem Blick auf die Alpenkette.

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Aus einer Faschings-Szenerie in Freude, Spaß und schrillen Farben, eine zurückhaltende analoge Schwarz-Weiß-Reportage gestaltet

Kreativität in der Fotografie schafft oft neue fotografische Ausdrucksmöglichkeiten und damit auch immer wieder ganz neue visuelle Ausdrucksformen, auch bekannte Bildmotive in einer ganz neuen Ausdrucksform zu präsentieren. Es war Sonntagvormittag, Mitte Februar und das Wetter war für die Natur- und Landschaftsfotografie unspektakulär und eher trüb, mit einem gleichmäßig bedeckten Himmel in einem einheitlich milchig weißen Hintergrundmuster.

"Aber heute ist doch Faschingssonntag!"
"Da ist doch immer der große Faschingszug am Kloster Indersdorf im Dachauer Land!"

Die Fotoidee für heute Nachmittag entwickelt sich vor meinem fotografischen Auge langsam und immer konkreter. Der Faschingszug ist ein wildes Durcheinander aus tausenden Formen und Farben, meist etwas schrill und möglichst auffallend.

... und es scheint so, als ob es jeden Moment zum Schneien beginnen könnte!"

Ich hatte richtig Lust darauf, den Faschingszug einmal ganz anders zu fotografieren als in den letzten Jahrzehnten.

Ich nehme meine analoge Canon EOS 3 und zwei Rollen Ilford DELTA 100 Schwarzweiß-Film mit Empfindlichkeit 100 ASA. Den Rest macht der diffuse Himmel, die Landschaft und die tausenden Akteure, die sich zum längsten Faschingszug aufstellen, schon ganz von alleine.

Folgen wir den lustig gekleideten Burschen und Mädels aus Indersdorf und dem ganzen Dachauer Land zum Aufstellplatz bei dem einsetzenden Schneefall.

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Dachauer Nachrichten: Ausstellung von Paul Eschbach über Palsweiser Moos und Fußbergmoos

Fotografien aus drei Jahrzehnten

Ausstellung von Paul Eschbach über Palsweiser Moos und Fußbergmoos

 

Bergkirchen – In der landkreisübergreifenden Fotoausstellung über das Palsweiser Moos und Fußbergmoos zeigt der Dachauer Fotograf Paul Eschbach eine Auswahl seiner Fotografien, die die Schönheit und Besonderheit dieser Niedermoorlandschaft in unserer Region zeigen.

Die Ausstellung präsentiert großformatige Fotografien, die Eschbach in einem Zeitraum von über drei Jahrzehnten angefertigt hat und die den Wandel und die Vielfalt dieser Landschaft sowie die Schutzwürdigkeit dieses Naturraumes hervorheben.

In der Vernissage sprachen die zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Bergkirchen Dagmar Wagner und Landrat Stefan Löwl Grußworte. Sie betonten die Bedeutung dieser einzigartigen, ökologisch wertvollen Moorlandschaft als schützenswerter Lebensraum und lobten das künstlerische Projekt des Fotografen.

Paul Eschbach führte die Besucher, darunter Mitglieder des BUND Naturschutz, durch die Ausstellung und erklärte neben interessanten fototechnischen Aspekten eindrucksvoll die Bedeutung dieser Moorlandschaft als CO2-Speicher, Wasserreservoir und Lebensraum für bedrohte Tierarten.

Die Ausstellung kann im Bruggerhaus in Bergkirchen zu den Bürozeiten von Vhs und Sozialbüro Bergkirchen bis Mitte Februar besichtigt werden.